Auch der FC Bayern hebt den Daumen bei der bevorstehenden Bundestrainer-Lösung des Deutschen Fußball-Bundes mit Jürgen Klopp. Für den Rekordmeister ist der einstmals große Dortmunder Gegenspieler «der absolut Richtige», um die Nationalmannschaft nach dem nächsten WM-Flop wieder auf Erfolgskurs zu bringen, wie Präsident Herbert Hainer in München sagte.
Klopps Verpflichtung und Präsentation als Nachfolger von Julian Nagelsmann will der Verband nach intensiven Verhandlungen noch in dieser Woche über die Bühne bringen. Der Wunschkandidat arbeitet im Hintergrund derweil intensiv an seinem Trainerstab. Ein namhafter Ex-Nationalspieler soll diesen komplettieren.
Klopp sei «eine gute Lösung», sagte Hainer am Rande eines Termins der Bayern-Basketballer. Begründung: «Wenn man sich die Performance der Nationalmannschaft anguckt bei den letzten drei Weltmeisterschaften, dann braucht es jetzt Motivation und Aufbruchstimmung.» Exakt dafür stehe Klopp.
Klopp ist «ein Menschenfänger»
Dieser habe «bei all den Clubs, bei denen er gearbeitet hat – Mainz, Dortmund, Liverpool – unheimlich viel Erfolg gehabt». Klopp habe «Aufbruchstimmung erzeugt. Er hat die Fans mitgenommen. Er hat die Spieler mitgenommen und den ganzen Club mitgenommen. Ich denke, das tut dem DFB auch gut.»
Am sportlichen Potenzial in Deutschland mangelt es aus Hainers Sicht nicht. «Wir haben ja gute Fußballer.» Klopp sei «ein Menschenfänger auf allen Ebenen». Er könne begeistern. «Und er kann eine Mannschaft so begeistern, dass sie mehr als 100 Prozent auf dem Platz gibt.»
Auch die Bayern-Bosse zweifeln nicht mehr am Vollzug in der Causa Klopp. «Ich habe auch nichts anderes gehört, weder vom DFB noch von Klopps Seite. Auch Red Bull hat zugestimmt, dass er aus seinem Vertrag herauskommt», bemerkte Hainer. Klopp ist oder war noch bis 2029 als weltweiter Fußballchef an den Getränke-Konzern gebunden. Beim Deutschen Fußball-Bund soll er nun einen Vertrag bis zur nächsten WM-Endrunde 2030 unterschreiben.
Bender als Co-Trainer
Für Hainer sind die WM-Desaster 2018 in Russland, 2022 in Katar und jetzt in Amerika inakzeptabel. «Wir sind der weltgrößte Fußballverband. Wir sind häufig Weltmeister geworden und haben tolle Spiele gesehen. Das würden wir als Fans gerne wieder sehen», sagte der frühere Adidas-Chef.
Eine Personalie in Klopps potenziellem Assistentenstab darf durchaus als Signal gedeutet werden, welche Attribute bei einer von Klopp betreuten DFB-Auswahl wieder mehr im Vordergrund stehen dürften: Harte Arbeit und Hingabe auf dem Platz.
Wie zuerst die «Bild»-Zeitung berichtete, soll Ex-Nationalspieler Sven Bender künftig bei der Nationalelf als Co-Trainer tätig werden. Eine Bestätigung des DFB gab es zunächst nicht. Der 37-Jährige, der seine erfolgreichste Spielerzeit unter Klopp bei Borussia Dortmund erlebte, war bis vor zwei Wochen Chefcoach der SpVgg Unterhaching. Dann kam es überraschend zur Trennung.
Was Haching-Boss Schwabl denkt
«Natürlich hat uns die Entscheidung und die Kurzfristigkeit überrascht», äußerte Hachings Präsident Manfred Schwabl. Als Begründung wurden in der damaligen Mitteilung des Regionalligisten «unterschiedlichen Auffassungen über die zukünftige sportliche Ausrichtung und Zielsetzung» angeführt.
Tatsächlich? Oder war es in Wirklichkeit ein Lockruf von Bundestrainer-Kandidat Klopp, der bei Bender ein Umdenken auslöste? Schwabl mag das im Nachhinein nicht kommentieren. Der Deutschen Presse-Agentur sagte er dafür: «Es ist schön, dass die SpVgg Unterhaching für den DFB die Trainer ausbildet; erst Manuel Baum, dann Sandro Wagner und jetzt dann Sven Bender.»
Augsburgs aktueller Chefcoach Baum startete seine Trainerlaufbahn beim Münchner Vorstadtclub. Später war er beim DFB Trainer der deutschen U20-Junioren. Ex-Nationalspieler Wagner wiederum wechselte 2023 direkt von den Hachingern zum Verband, wo er erst Co-Trainer der U20 und dann von 2023 bis 2025 als Assistent von Julian Nagelsmann beim A-Team fungierte.
Was Klopp mit Sven Bender verbindet
Und nun Sven Bender? Als sicher galt bisher, dass Klopp seine langjährigen Vertrauten Peter Krawietz (54) und Pepijn Lijnders (43) als Co-Trainer mit zum DFB mitbringen wird. Bender wechselte 2009 vom TSV 1860 München nach Dortmund. Dort wurde der defensive Mittelfeldspieler 2011 und 2012 unter Klopp deutscher Meister. 2013 erreichten sie gemeinsam das Champions-League-Finale, das der BVB in London gegen den FC Bayern mit 1:2 verlor.
Bender war über Jahre ein Schlüsselspieler in Klopps BVB-Team. Er war ein Vorbild an Einsatzbereitschaft. Ein Profi, der alles aus sich und für das Team herausholte. Ein typischer Klopp-Spieler. Er hat dazu eine DFB-Vergangenheit als Nationalspieler (7 Länderspiele) und Olympia-Teilnehmer (2016). Außerdem war er von 2022 bis 2023 Assistenztrainer der U16-Juniorenauswahl. Mit der Bender-Wahl dürfte Klopp auch die Funktionäre des DFB erfreuen.
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