Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat in einem Telefonat
mit US-Präsident Donald Trump die besondere Verbundenheit zwischen Deutschen
und Amerikanern unterstrichen. Die beiden Politiker hätten sich bei ihrem
Telefonat unter anderem zu dem in der kommenden Woche anstehenden Nato-Gipfel
in Ankara abgestimmt, teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit.
Im Vorfeld des Gipfels hatte Trump erneut Kritik an
Deutschlands Beiträgen zu dem Verteidigungsbündnis geäußert. »Der Bundeskanzler
hat betont, dass Deutschland mehr Verantwortung für die Sicherheit im
euroatlantischen Raum übernimmt«, schrieb Kornelius. Die Nato werde
»europäischer, damit sie transatlantisch bleiben« könne. Merz und
Trump hätten verabredet, das Gespräch in Ankara fortzusetzen.
Deutschland steht bei Nato-Beiträgen an zweiter Stelle
Trump hatte am Donnerstag die deutschen
Verteidigungsausgaben auf sozialen Medien als »lächerlich« bezeichnet. Er
kritisierte dabei auch andere Nato-Verbündete wie Großbritannien und Italien.
Der US-Präsident bemängelt seit Langem, dass die USA in absoluten Zahlen die
mit Abstand höchste Verteidigungsausgaben bei der Nato leisten. Allerdings
haben die Verbündeten ihre Verteidigungsbudgets inzwischen deutlich gesteigert,
und Deutschland steht in der Nato-Statistik an zweiter Stelle.
Merz hatte Trumps Kritik bereits öffentlich zurückgewiesen.
Deutschland verdoppele gerade seinen Verteidigungsetat innerhalb vier Jahren,
sagte er nach einem Treffen mit den baltischen Staats- und Regierungschefs in
Berlin. »Das ist die größte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um
unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Insofern brauchen wir uns hier vor
niemandem zu verstecken.«
Anlass des jüngsten Telefonats von Merz und Trump war der 250.
Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Großbritannien. Merz
habe seine herzlichen Glückwünsche zum anstehenden Jahrestag übermittelt,
schrieb Kornelius. Die USA feiern an diesem Samstag den Jahrestag ihrer
Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776.
