In diesen Sätzen klingt das ganze Drama des Bundeskanzlers Friedrich Merz an. Als er sein Reformpaket präsentiert, über Reichensteuer, telefonische Krankschreibungen, eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft gesprochen hat, sagt er am Donnerstagmorgen im noch schattigen Garten des Kanzleramts Folgendes: »Die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes wollen Entscheidungen und keinen Streit. Und genau das haben wir geliefert. Aber wir haben eine Bitte: Machen Sie mit, unterstützen Sie uns bei den jetzt notwendigen Reformen!«
Kein Streit? Geliefert – er? Unterstützung – für ihn? Die Urteile über diesen Kanzler waren eigentlich längst gefällt. Sie lauten so: Mit unüberlegten Äußerungen sorgt er selbst immer wieder für Streit, er verspricht viel und liefert wenig, kurzum: Er kann es einfach nicht. Deshalb ist die Unterstützung für ihn auf einem Rekordtief, in Umfrage nach Umfrage.
