Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will vor
einer Entscheidung über einen möglichen Spritrabatt noch abwarten. “Wir
prüfen die Entwicklung auf den Märkten”, sagte er nach dem
Spitzengespräch mit Vertretern der Wirtschaftsverbände auf
eine entsprechende Frage. Bevor diese Prüfung nicht abgeschlossen sei,
“können wir dazu keine abschließende Stellungnahme abgeben”.
Am besten wäre es, “wenn dieser Krieg so schnell wie möglich beendet
wird” und die Energiepreise in Europa wieder auf ihr altes Niveau zurückkehren würden, sagte Merz. Vor dem Krieg seien die
Preise an den Tankstellen im Großen und Ganzen akzeptabel gewesen. “Da
wollen wir so schnell wie möglich auch wieder hin.”
Nach einem Gespräch mit Wirtschaftsverbänden sagte Merz außerdem, der Irankrieg
sei eine weitere
Herausforderung für die deutsche Wirtschaft. Er warnte vor
unkontrollierbaren
Folgen durch eine lange Kriegsdauer. Ein Zusammenbruch des Staates Iran
oder weitere Kriege könnten weitreichende Folgen für Europa haben,
unter
anderem für die Sicherheit, für die Energieversorgung und für die
Migration.
“Preistreiberei an den Tankstellen ist reine Abzocke”
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dringt unterdessen
auf ein schnelles Eingreifen der Bundesregierung. “Die Preistreiberei
an den Tankstellen ist reine Abzocke”, sagte er der Nachrichtenagentur
dpa. Niemand verstehe, warum die Preise in
Deutschland für den gleichen Sprit um 60 Cent höher seien als in Polen.
Die Bundesregierung müsse endlich tätig
werden und diesen “unhaltbaren Missstand” beheben.
Ölpreise auf Zwei-Jahres-Hoch gestiegen
Unterdessen sind die Ölpreise auf den höchsten Stand seit zwei Jahren
gestiegen. Das US-Öl WTI ist um bis zu 4,8 Prozent auf
84,90 Dollar je Fass gestiegen – der höchste Stand seit April 2024. Das
Nordseeöl Brent markiert mit einem Plus von 2,6 Prozent
auf 87,66 Dollar je Fass ebenfalls ein 23-Monats-Hoch.
Katar
rechnet damit, dass alle Energieerzeuger am Golf ihre Exporte
innerhalb weniger Wochen einstellen und den Ölpreis auf 150
Dollar pro Barrel treiben werden, sagte der Energieminister des
Landes, Saad al-Kaabi, in einem am Freitag veröffentlichten
Interview mit der Financial Times. Selbst wenn der Krieg
sofort beendet würde, würde Katar “Wochen bis Monate” brauchen,
um zu einem normalen Lieferzyklus zurückzukehren, erklärt Kaabi.
