Bei großer Hitze in Paris ist Topfavorit Jannik Sinner überraschend in der zweiten Runde der French Open ausgeschieden. Der viermalige Grand-Slam-Sieger aus Südtirol verlor gegen den Argentinier Juan Manuel Cerúndolo in fünf Sätzen (6:3, 6:2, 5:7, 1:6, 1:6). Ab dem dritten Satz hatte der Weltranglistenerste bei Temperaturen von mehr als 30 Grad zunehmend mit körperlichen Problemen zu kämpfen.
Sinner mit großen Problemen bei Hitze
Zunächst deutete jedoch wenig auf einen Einbruch Sinners hin. Der topgesetzte Italiener dominierte die Partie und schien seine in der Vergangenheit immer wieder aufgetretenen Probleme bei Hitze im Griff zu haben. Gegen Ende des dritten Satzes änderte sich das Bild jedoch deutlich. Der 24-Jährige suchte wiederholt die wenigen Schattenplätze auf dem Court Philippe-Chatrier auf und dehnte mehrfach seine Muskulatur.
Nach einer längeren Unterbrechung im dritten Satz wirkte Sinner stark angeschlagen. Im vierten Durchgang stand er zeitweise kurz davor, sich auf dem Platz zu übergeben. Mehrfach stützte er sich auf seinen Schläger und suchte den Blickkontakt zu seinen Trainern. Nach rund drei Stunden Spielzeit war auch der vierte Satz verloren. Sinner versuchte weiter, dagegenzuhalten, doch körperlich konnte er nicht mehr zulegen.
»Natürlich ist das hart für ihn. Ich hatte viel Glück«, sagte Cerúndolo nach seinem Überraschungssieg. »Er tut mir leid, er hätte es
verdient gehabt und ich hoffe, es geht ihm bald besser.«
Zuletzt hatte der Italiener sein sechstes Masters-Turnier in Folge gewonnen und war somit als klarer Favorit nach Paris gereist. Im Vorjahr hatte ihn Carlos Alcaraz erst im Finale gestoppt. Da der Spanier dieses Mal verletzungsbedingt fehlte, waren Sinners Aussichten auf den Titel noch gestiegen. Vom frühen Aus des Weltranglistenersten könnte nun der deutsche Tennisstar Alexander Zverev profitieren, dessen Chancen auf den ersten Grand-Slam-Titel mit Sinners Ausscheiden deutlich steigen.
