Der designierte FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki will seinen künftigen Posten an den Zustimmungswerten seiner Partei in der Bevölkerung knüpfen. Sollten die Freien Demokraten in einem Jahr in den Umfragen weiterhin unter der Fünf-Prozent-Marke liegen, würde er seine Aufgabe als verfehlt ansehen, sagte Kubicki im Focus-Podcast Machtmenschen. Auf die Frage, ob er in diesem Fall persönliche Konsequenzen ziehen würde, antwortete er: »Ja. Dann kann ich meiner Partei auch nicht mehr weiterhelfen.«
Nach Ansicht Kubickis muss die FDP wieder dauerhaft als relevante politische Kraft in Deutschland wahrgenommen werden. Dieses Ziel könne jedoch nicht von ihm allein erreicht werden, sondern nur gemeinsam mit einem schlagkräftigen Team, das er aufbauen wolle. Zugleich stellte der 74-Jährige klar, dass er sich nicht selbst als Zukunft der Partei verstehe, wohl aber dazu beitragen wolle, der FDP wieder eine Perspektive zu geben.
Zudem kündigte Kubicki in dem Podcast an, nach seiner Wahl an die FDP-Spitze bis spätestens September ein konkretes Reformprogramm vorzulegen. Dieses dürfe sich nicht »in allgemeinen Phrasen erschöpfen«, sondern brauche »ganz konkrete Vorstellungen, über die man dann auch streiten kann«, sagte Kubicki.
Mit einer personellen Neuaufstellung will die FDP auf ihrem Bundesparteitag am Samstag in Berlin den Weg aus der Krise finden. Kubicki tritt dort für den Parteivorsitz an und will Christian Dürr beerben, der erst vor einem Jahr an die Spitze der Partei gewählt worden war. Nach den Niederlagen der FDP bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zieht sich Dürr vorzeitig zurück. Kubicki verweist zur Begründung seiner Kandidatur auch auf seinen hohen Bekanntheitsgrad, mit dem er der Partei wieder mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen will.
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