Das Hemd hängt über dem Arm, sein T-Shirt presst er sich vor Mund und Nase, um nicht den Staub einzuatmen, der sich grau und dicht vor dem leuchtend blauen Himmel abzeichnet. Mit starrem Blick läuft der Mann mit nacktem Oberkörper in schmutzigen schwarzen Anzughosen vorwärts, weg vom Ground Zero. „Breathless in Hell“ hat F.A.Z.-Fotograf Helmut Fricke das Bild genannt, das er am 11. September 2001 in den Straßen von Manhattan aufgenommen hat.
Es zeigt eine von vielen eindrücklichen Szenen, die Fricke am Tag der Anschläge und in den Folgetagen festhielt. Sie wirken wie aus einer anderen Welt, teils dystopisch, stets zutiefst menschlich.

Fricke und sein Kollege, F.A.Z.-Redakteur Alfons Kaiser, hielten sich aus Anlass der Modewoche in New York auf, als sich die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon in Washington ereigneten. Als die ersten Meldungen von den Einschlägen kamen, machten sich Fricke und Kaiser auf den Weg in Richtung der getroffenen Zwillingstürme, die zu diesem Zeitpunkt noch standen. Wenig später wurden sie Zeugen des Einsturzes und dokumentierten das Geschehen in Bild und Text: die Flucht der Menschen aus den Straßen im Süden Manhattans, den Staub, der sich über die Stadt legte, die Verunsicherung, die Sprachlosigkeit, später auch die ersten Aufräumarbeiten.
Frickes Bilder zeigen Menschen in Ausnahmesituationen, schreiend, erschöpft, unter Schock; sie zeigen eine Stadt, die, gerade noch im Alltagstrott, plötzlich im Chaos zu versinken scheint. In Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen wird das Ausmaß der Verheerungen vorstellbar, die der 11. September in den Straßen Manhattans hinterließ – und die Größe des Schocks nicht nur bei jenen Menschen, die die Angriffe an Ort und Stelle miterlebten.
Über das Erlebte werden Fricke und Kaiser am Freitag, 11. September, im Frankfurter Presse-Club an der Ulmenstraße berichten. Im Gespräch mit Cai Tore Philippsen, der die Redaktion von FAZ.NET leitet, erinnern sie an die teils chaotischen Tage in New York, die nicht nur ihren Blick auf die Welt für immer veränderten und bis heute Spuren hinterlassen haben. Tickets können auf der Website des Frankfurter Presseclubs erworben werden. Nichtmitglieder zahlen zehn Euro.
Fotograf Helmut Fricke zeigt zudem seine Bilder in der Ausstellung „9/11 – Under Attack“ im Massif Central. Die Ausstellung kann bis einschließlich 30. September besucht werden, der Eintritt ist frei. Die Eröffnung am Donnerstag, 10. September, um 18.30 Uhr ist ebenfalls verbunden mit einer Gesprächsrunde unter Beteiligung der F.A.Z.-Journalisten.
