
Die Sommerferien waren an den Stromzählern ablesbar: Auch wenn nach den Hitzetagen 25. und 26. Juni noch etliche folgen sollten, hat die Stadt an diesen letzten beiden Schultagen so viel Energie benötigt wie noch nie. Es seien erstmals Lastspitzen von mehr als 900 Megawatt gemessen worden, meldeten der Versorger Mainova und seine Netztochter NRM. Das seien etwa 100 Megawatt mehr als in vielen Sommern zuvor – und 30 Megawatt über dem Spitzenwert im Juli des Vorjahres.
Versorgungsschwierigkeiten, so versichert ein Sprecher der Mainova, habe es trotzdem nicht gegeben. Langfristig soll der geplante Ausbau des Stromnetzes die Stadt auf den immer weiter steigenden Bedarf an elektrischer Energie vorbereiten. Kurzfristig hätten die Mitarbeiter verstärkt auf das 7700 Kilometer lange Leitungsnetz mit allen Trafos, Umschaltwerken und Ähnlichem geschaut. Angesichts der hohen Belastung könnten Bauteile schneller ausfallen. In solchen Fällen könnte man aber schnell reagieren, so der Mainova-Sprecher.
Die grundsätzlichen Treiber des immer weiter steigenden Energieverbrauchs sind das Bevölkerungswachstum in Frankfurt, die vielen Rechenzentren sowie der häufiger werdende Einsatz von Elektroautos und Wärmepumpen. Der Bedarf der Datacenter macht inzwischen ein Fünftel des Stadtwertes aus und hat den des Flughafens übertroffen. An besonders heißen Tagen sind aber nicht nur sie es, die ihre Klimaanlagen höher stellen müssen. So nennt der Mainova-Sprecher die Kühlung der Hochhäuser als einen Grund für die Lastspitzen. Ebenso brauchen Orte wie Büros, Hotels, Supermärkte, Kaufhäuser mehr Strom als sonst. Und zu Hause lässt jeder, der sie hat, Ventilatoren und Klimaanlagen laufen.
Und dazu die Dusche. Auch der Wasserverbrauch ist mit den Temperaturen auf neue Rekorde gestiegen. Er hat laut dem Versorger Hessenwasser ebenfalls am 25. Juni den bisherigen Höhepunkt erreicht: Die 440.796 Kubikmeter Wasser übertrafen auch den Langzeitrekord aus dem Jahr 2019, als 426.312 Kubikmeter durch die Leitungen liefen. In normalen Zeiten liegt der Wert unter der Schwelle von 400.000, etwa ein Drittel entfällt auf die Stadt Frankfurt.
Wohin dort das meiste Wasser fließt, könne Mainova mithilfe von Zählern, digitalen Messstellen und Sensoren genau verfolgen, erklärt der Sprecher. Detaillierte Angaben für die vergangenen Wochen kann er aber noch nicht machen. Grundsätzlich verbrauchten die privaten Haushalte und alles, was in die Kategorie Kleingewerbe zählt, drei Viertel der Gesamtmenge. Auf die Industrie, worunter auch die Rechenzentren gezählt würden, entfalle der Rest. Ihr Bedarf sei aber seit Jahren unverändert.
