
Die CDU-Fraktion im Römer hat Claudia Korenke für das Amt der Stadtverordnetenvorsteherin nominiert. In der konstituierenden Sitzung des Stadtparlaments am 23. April soll die 73 Jahre alte Rentnerin zur Nachfolgerin von Hilime Arslaner (Die Grünen) gewählt werden, deren Stellvertreterin sie bisher schon war. Sie wird damit die „Erste Bürgerin“ der Stadt, die protokollarisch noch über dem Oberbürgermeister eingeordnet ist. Ihre Wahl gilt unabhängig von der noch offenen Mehrheitsbildung als sicher, da das Amt an der Spitze des Parlaments traditionell der stärksten Fraktion zusteht. Das ist seit der Kommunalwahl am 15. März wieder die CDU.
„Claudia Korenke bringt alles mit, was es für dieses Amt braucht: Erfahrung, Integrität, Autorität und die Fähigkeit, unterschiedliche Positionen zusammenzuführen“, teilte der Fraktionsvorsitzende der Union, Nils Kößler, mit. Die frühere Journalistin und Inhaberin einer PR-Agentur sagte schon vor ihrer Nominierung im Gespräch mit der F.A.Z., sie habe eine besondere emotionale Verbindung zu dem Amt. Schon ihr 2016 gestorbener Vater Hans-Ulrich Korenke, ebenfalls CDU-Mitglied, war Stadtverordnetenvorsteher. Er übte das Amt von 1977 bis 1981 aus.
Vor der Nominierung Korenkes waren in der CDU auch andere Namen für das Amt der Stadtverordnetenvorsteherin im Gespräch gewesen. Konkretes Interesse hatte die 51 Jahre alte Moderatorin Christina Ringer aus dem Westend bekundet, die jetzt von ihrer Fraktion als Beisitzerin im Präsidium des Stadtparlaments nominiert worden ist. Veronica Fabricius, Kreisvorsitzende der Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung der CDU, soll stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin werden. Die Aufgabe an der Spitze des Stadtparlaments ist ein Ehrenamt, das allerdings mit einem großen Zeitaufwand verbunden ist. Es geht nicht nur darum, die monatlichen Plenarsitzungen zu leiten. Darüber hinaus gibt es viele repräsentative und administrative Aufgaben.
Erste Wahlkampfmanagerin von Petra Roth
Claudia Korenke, die mit ihrem Mann, dem früheren CDU-Stadtverordneten Bernhard Mertens, in Praunheim und in einem Wochenendhaus in der Pfalz wohnt, engagiert sich schon lange für die CDU. Sie war die erste Wahlkampfmanagerin von Petra Roth, später Schatzmeisterin des Frankfurter Kreisverbands; derzeit ist sie Vorsitzende der Senioren-Union. 2021 wurde sie erstmals ins Stadtparlament gewählt. Als ihre politischen Ziele nennt sie die „Vielfalt unseres Zusammenlebens, das Recht auf Bildung für alle, die Weiterentwicklung von Frankfurt als lebenswerte Metropole und Kulturstadt“.
Darüber hinaus ist sie seit vielen Jahren Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Frankfurt, die einst ihr Vater gegründet hat. In dieser Funktion hat sie sich immer deutlich gegen Antisemitismus und Ressentiments positioniert. Für ihr Engagement hat sie das Bundesverdienstkreuz erhalten.
Beruflich hat Korenke mit ihrer PR-Agentur vor allem Kunden aus der Getränke- und Lebensmittelbranche betreut. Unter anderem hat sie den Sekt der in Sachsen-Anhalt ansässigen Rotkäppchen-Kellerei auch im Westen bekannt gemacht. Ihre Berufstätigkeit habe „ihre Fähigkeit geprägt, komplexe Sachverhalte zu strukturieren, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und herausfordernde Situationen souverän zu moderieren“, sagte CDU-Chef Kößler. Ihr politisches Wirken sei geprägt von Verlässlichkeit, Integrationskraft und einem klaren Verständnis für parlamentarische Verfahren.
