
Man weiß nicht genau, ob die neueste Verfügung des amerikanischen Kriegsministers etwas mit dem immer noch ausbleibenden Endsieg in der Schlacht um Hormus zu tun hat. Aber es könnte schon sein, dass das Pentagon die Schuld daran eher bei den Männern beziehungsweise Memmen als bei den Marschflugkörpern sieht, die laut Trump ja die allerbesten der Welt sein sollen.
Es versteht sich von selbst, dass der Testosteronwert der GIs fast so hoch sein muss wie der legendäre Hormonspiegel des Präsidenten, aber natürlich nicht höher sein darf. In Amerika sind auch Politiker stolz auf ihren Testosteronpegel. Will ein MAGA-Mann einen Demokraten oder einen anderen Kommunisten besonders tief unter der Gürtellinie treffen, dann nennt er ihn „Low-T“.
Die Testosteron-Achse Seehofer-Scheuer-Söder
In Deutschland ist das immer noch anders. Hierzulande gilt Testosteron als ursächlich für die toxische Männlichkeit. Als Männer gelesene Politiker sprechen daher fast nie über das Hormon des Teufels, das in ihren Körpern wütet. Frauen, im Regelfall deutlich geringer belastet, haben weniger Hemmungen festzustellen, wenn wieder einmal „zu viel Testosteron im Spiel“ ist (so einmal Gerda Hasselfeldt über Horst Seehofer). Katrin Göring-Eckardt entdeckte gar eine „Testosteron-Achse Seehofer-Scheuer-Söder“, eine besonders fiese Achse des Bösen also. Auch Andrea Nahles befand einmal: „Basta und Testosteron hatten wir in den letzten Jahren genug.“ Sie meinte damit natürlich Schröder, der seinem Spitznamen Don Testosteron in dem unvergesslichen Auftritt in der Elefantenrunde von 2005 alle Ehre machte.
Aber trieft es im Bundestag wirklich so vor Testosteron, wie es die bayerische Grüne Katharina Schulze behauptete? Höchstens erst, seit dort die AfD mit ihren vielen männlichen Abgeordneten eingezogen ist. Allerdings glauben wir, dass die meisten von ihnen kaum einen höheren Testosteronspiegel als Alice Weidel vorweisen können.
Warum sang Chrupalla nicht „Putin, Freund, Genosse“?
Im Vergleich zu ihr kommt uns ja sogar ihr Kollege Chrupalla wie ein Wessi-Softie vor, so zögerlich, wie er in die DDR-Hymne einstimmte. Hätte „Pinsel“, wie sie den Malermeister liebevoll nennen, wirklich Mumm, dann hätte er doch gleich nach der Becher-Hymne auch andere Lieder aus seiner glücklichen Kindheit in der DDR angestimmt, etwa die „Partei hat immer recht“ und „Stalin, Freund, Genosse“. Er hätte unseretwegen auch „Putin, Freund, Genosse“ singen können, denn der hat ihm persönlich ja nichts getan.
Chrupallas tschechischer Gesinnungsgenosse Turek hat da schon ganz andere Testikel in der Hose. Der Europaabgeordnete, der Außenminister werden sollte, zeigte freimütig seine NS-Devotionalien vor und postete auch, wie er im Ferrari mit 325 Sachen über die Autobahn raste (auf der nur 130 erlaubt sind). Vielleicht dachte Turek, er sei diesen Männlichkeitsbeweis seinen Wählern schuldig, schließlich ist er Ehrenvorsitzender der mitregierenden Autofahrerpartei. Allerdings hat er gerade in der Prager Innenstadt mit seinem SUV ein Krankenhausfahrzeug im Einsatz so von der Kreuzung geschossen, dass es sich überschlug wie in einem Hollywoodfilm. So etwas finden vermutlich auch die tschechischen Autofahrer übertrieben.
Wer einen solchen Politiker hat, will sich natürlich nicht auch noch mit einer wegen Volksverhetzung verurteilten Neonazibraut wie Marla-Svenja Liebich, geborener Sven, herumärgern: odsun (Abschub)! Auch die sächsische Justiz machte dann kurzen Prozess und steckte Liebich nach kurzer Prüfung ins Männergefängnis, mutmaßlich ohne Bestimmung des Testosteronspiegels. Es gibt ja einfachere Untersuchungsmethoden, die ebenfalls recht zuverlässig sind.
