Von den 18-jährigen Männern, die die Bundeswehr im Zuge des neuen
Wehrdienstes bislang kontaktiert hat, sollen mehr als 70 Prozent den
zugesandten Fragebogen ausgefüllt und zurückgeschickt haben. Wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) unter Verweis auf Bundeswehrkreise berichtet, ignorierte dementsprechend bisher mehr als jeder vierte junge Mann (28 Prozent) das Schreiben. Männer ab dem Jahrgang 2008 sind allerdings zu einer Rückmeldung verpflichtet. Der Fragebogen umfasst Angaben zur Eignung sowie zur Bereitschaft für einen Dienst in der Bundeswehr und wird seit dem 15. Januar an 18-Jährige verschickt.
Rund die Hälfte derjenigen, die geantwortet haben, hat dem Bericht zufolge Interesse an einem freiwilligen Wehrdienst von mindestens sechs Monaten bekundet. Das bedeute allerdings noch nicht, dass sie den Dienst später tatsächlich antreten. In vielen Fällen dürfte es entscheidend sein, ob es gelingt, den Interessenten einen möglichst wohnortnahen Einsatz anzubieten. Größere Entfernungen mindern demnach die Bereitschaft. Für Frauen besteht im Unterschied zu Männern keine solche Auskunftspflicht.
Bundesverteidigungsministerium droht mit Bußgeld
Wie der RND aus dem Verteidigungsministerium erfuhr, will man es nicht akzeptieren, wenn Männer ihrer Pflicht zur Antwort nicht nachkommen, sondern solchen Fällen nachgehen. Wer sich dauerhaft weigert, muss mit einem Bußgeld rechnen, hieß es demnach aus dem Ministerium. Für die Beantwortung des Fragebogens haben die Angeschriebenen einen Monat Zeit.
Seit Jahresbeginn bis zum 24. April erhielten demnach rund 194.000 Männer und Frauen ein Anschreiben mit den Zugangsdaten zum Fragebogen. Auf Grundlage positiver Rückmeldungen werden Musterungen und Assessments veranlasst sowie Interessierte für konkrete Verwendungen eingeplant. Belastbare Auswertungen und repräsentative Ergebnisse sollen im Sommer vorgestellt werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist verpflichtet, dazu halbjährlich Zahlen vorzulegen.
