Der Benzinpreis ist in den USA auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn gestiegen. Für eine Gallone (3,785 Liter) Benzin mussten US-Amerikaner im Schnitt 4,18 US-Dollar (3,57 Euro) zahlen, wie der Automobilverband AAA mitteilte. Zu Beginn des Irankriegs Ende Februar lag der Wert im Schnitt noch bei 2,98 US-Dollar – seither ist der Preis um rund 40 Prozent gestiegen.
Hintergrund des Anstiegs ist unter anderem die Blockade der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus. Seit Beginn der Kämpfe im Februar ist der Schiffsverkehr in der Meerenge nahezu zum Erliegen gekommen. Vor dem Krieg hatten Tanker rund ein Fünftel der weltweit benötigten Ölmenge durch die Region transportiert.
Energiebehörde geht von langanhaltendem Anstieg aus
Für die US-Regierung ist der Anstieg ein heikles Thema. Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Energiepreise im Land zu halbieren. Rund ein halbes Jahr vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress ist er davon allerdings weit entfernt. Auf einem ähnlich hohem Niveau hatte der US-Benzinpreis zuletzt vor rund vier Jahren nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gelegen.
Nach Darstellung der Regierung handelt es sich zwar nur um einen temporären Anstieg. Wie die US-Energiebehörde EIA mitteilte, könnte es aber selbst nach einer Öffnung der Straße von Hormus Monate dauern, bis der Schiffsverkehr wieder sein übliches Niveau erreicht.
Im Vergleich zu Deutschland geben US-Amerikaner allerdings immer noch wenig an der Tankstelle aus. Umgerechnet auf Liter und Euro liegt der aktuelle US-Benzinpreis bei rund 94 Cent – verglichen mit über zwei Euro an deutschen Tankstellen. Die USA erheben pro Liter Kraftstoff weniger Steuern und Abgaben, zudem verfügt das Land selbst über große Ölvorkommen.
Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Irankrieg in unserem Liveblog.
