Das vom Bund geplante Abschiebeterminal am Münchner Flughafen hat eine entscheidende Hürde genommen: Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft machte per Mehrheitsentscheidung den Weg für das Projekt frei.
Mit dem eigenen Abschiebeterminal will der Bund die Zahl der Abschiebungen deutlich erhöhen. Flüchtlings- und andere Organisationen sind strikt dagegen.
«Das geplante Gebäude soll von der Flughafen München GmbH errichtet und anschließend an den Bund vermietet werden», teilte die Flughafengesellschaft nach der Aufsichtsratsentscheidung mit und betonte: «Die Nutzung des Gebäudes soll ausschließlich durch die Bundespolizei erfolgen.» Die Flughafen München GmbH stelle somit lediglich die Infrastruktur zur Verfügung. «Die Durchführung von Rückführungsflügen liegt ausschließlich in der Zuständigkeit der Bundespolizei.»
Die erforderlichen Beschlüsse seien in der Aufsichtsratssitzung mehrheitlich gefasst worden. «Hierzu gehören sowohl die Zustimmung zur Erteilung eines Bauauftrags als auch die Zustimmung zum Abschluss eines entsprechend langfristigen Mietvertrags mit dem Bund.»
Münchens OB Krause hatte Nein angekündigt
Der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hatte zuletzt öffentlich angekündigt, im Aufsichtsrat gegen das Projekt zu stimmen. «Abschiebungen im großen Stil sollten nicht Teil des Geschäftsmodells des Münchner Flughafens sein», sagte er der «Abendzeitung». Die Abstimmung – eigentlich eine Formalie – war deshalb zuletzt doch mit etwas größerer Spannung erwartet worden.
Gesellschafter des Flughafens sind der Freistaat Bayern mit einem Anteil von 51 Prozent, die Bundesrepublik Deutschland mit 26 Prozent und die Landeshauptstadt München mit 23 Prozent. Bund und Freistaat haben also hier eine klare Mehrheit. Im Aufsichtsrat des Flughafens, der größere Projekte absegnen muss, sitzen indes auch mehrere Arbeitnehmervertreter.
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