
Nach dem Fund von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg in Berlin-Neukölln sowie in Karlsruhe müssen zahlreiche Menschen ihre Häuser verlassen. In Karlsruhe ist auch die Bahnstrecke nach Mannheim von Räumungsmaßnahmen betroffen.
In Berlin-Neukölln müssen die Bewohner von 5600 Haushalten ihre Wohnungen verlassen. Um den Fundort sei ein Sperrkreis von 500 Metern eingerichtet worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Evakuierung des Sperrkreises hat demnach begonnen. Wann sie abgeschlossen sein wird, ist offen. Der Einsatz könnte sich noch bis in den späten Abend oder die Nacht hineinziehen.
Es wurde eine Notunterkunft eingerichtet, wo Betroffene versorgt werden sollen. Den Angaben zufolge sind 200 Polizisten im Einsatz. Auch Feuerwehr, Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk unterstützen bei den Maßnahmen. Im Sperrkreis liegen ein Seniorenheim, eine Obdachlosenunterkunft und eine Kita.
Der 100 Kilogramm schwere Sprengkörper war am Vormittag auf dem Grund des Neuköllner Schifffahrtskanals zwischen der Teupitzer und der Treptower Straße gefunden worden. Die belebte Sonnenallee ist nur wenige Querstraßen entfernt. Die Bombe wurde aus dem Wasser gehoben und auf einem schwimmenden Ponton gelagert. Dann sollte ein Kran sie ans Ufer heben, wo sie entschärft werden sollte, so die Polizei.
Schnellfahrstrecke wird ebenfalls gesperrt
In Karlsruhe wurde die Bombe bei Bauarbeiten in einer Kleingartenanlage entdeckt. Sie liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs, geräumt wird ein Gebiet im Radius von 200 Metern um den Blindgänger. „Betroffen ist neben dem Wohngebiet auch die Bahnstrecke zwischen Karlsruhe und Mannheim“, teilte die Stadt mit. Der Güterbahnhof sei schon gesperrt. Die Schnellfahrstrecke werde unmittelbar vor der Entschärfung gesperrt, sobald die Evakuierung abgeschlossen sei.
Wie viele Menschen betroffen sind, war zunächst unklar. Bei der Bombe handelt sich um eine 250-Kilogramm-Bombe amerikanischer Bauart. Wegen des Zustands des Blindgängers sollte der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg diese noch im Tagesverlauf entschärfen. Die Spezialisten seien schon vor Ort. Zuerst hatte die „Pforzheimer Zeitung“ darüber berichtet.
