In einem Nebengewässer der Oder kommt es erneut zu einem Fischsterben durch die giftige Goldalge: Polnische Behörden haben in den vergangenen Tagen eigenen Angaben zufolge mehr als vier Tonnen toter Fische aus einem Nebengewässer der Oder geborgen. Bislang sei das Fischsterben auf einen Abschnitt des Gleiwitzer Kanals begrenzt, sagte eine Sprecherin der örtlichen Wasserbehörde im polnischen Radio.
Ursache des Fischsterbens sei die Blüte der Goldalge, teilte die Wasserbehörde mit. Um zu verhindern, dass sich die Alge auf weitere Abschnitte des Kanals ausbreitete, wurde der Betrieb von zwei Schleusen vorerst ausgesetzt. Sollte sich die Goldalge dennoch ausbreiten, erwägt die Wasserbehörde die kontrollierte Einleitung von Wasserstoffperoxid, das die Zellen der Goldalge zerstört. Der Behörde zufolge überwachen derzeit regelmäßige Einsatzpatrouillen zu Wasser und an Land die Lage.
Fischsterben auch 2022 und 2024
Im Sommer 2022 war es in der Oder zu einem Fischsterben historischen Ausmaßes gekommen. Experten kamen zu dem Schluss, dass höchstwahrscheinlich die Blüte der Goldalge Prymnesium parvum den Tod der Fische verursacht hatte. Laut Experten wird die vollständige Regeneration des Fischbestandes noch Jahre dauern.
Im 41 Kilometer langen Gleiwitzer Kanal, der die Großstadt Gliwice (Gleiwitz) mit der Oder verbindet, war es zuletzt 2024 zu einem größeren Fischsterben gekommen. Die Behörden ordneten deshalb eine Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff an und leiteten Wasserstoffperoxid ein. Auch damals hatte sich die Goldalge in der Oder und einigen Nebengewässern massenhaft verbreitet.
Bei einer Massenvermehrung kann die Goldalge Prymnesium parvum Giftstoffe freisetzen, die die Kiemen von Fischen schädigen können. Als Gründe für die Vermehrung der Algen in der Oder gelten auch menschliche Einflüsse; so stieg der Salzgehalt in der Oder etwa durch industrielle Abwässer. Auch der niedrige Wasserstand und die gestiegene Wassertemperatur begünstigen die Ausbreitung.
