Die Menschenrechtsorganisation FairSquare fordert den Ausschluss Gianni Infantinos von der Fifa-Präsidentschaftswahl im März 2027. Das geht aus einem Schreiben der Organisation an den Fußball-Weltverband hervor. Darin heißt es, dass sich der Schweizer bereits in seiner »dritten und letzten« Amtszeit befinde und eine Wiederwahl gegen die in den Statuten verankerte Begrenzung verstoßen würde.
Man habe die Fifa aufgefordert, »ihre eigenen
Regeln durchzusetzen und Infantino von einer erneuten Kandidatur
auszuschließen«, teilte die Organisation mit. Das Vorgehen in
dieser Thematik sei ein weiteres Beispiel dafür, dass Infantino
»die Fifa eher wie eine Diktatur als eine Demokratie« führe.
Fifa zählt mehrere Jahre nicht als Amtszeit
Infantino wurde im Jahr 2016 gewählt und folgte auf Sepp Blatter. Zweimal wurde Infantino bereits wiedergewählt, die Begrenzung liegt bei drei Amtszeiten. 2022 teilte die Fifa jedoch mit, dass der Zeitraum von 2016 bis 2019 nicht unter die Amtszeitbegrenzung für Infantino falle. FairSquare kritisiert, dass der Weltverband nie eine »rechtliche Grundlage« dafür kommuniziert habe.
Infantino argumentiert, dass er damals
nur die Amtszeit seines Vorgängers Blatter vollendet und deshalb erst zwei reguläre Amtszeiten absolviert habe. Die Fifa-Gremien folgten dieser Argumentation bislang. Blatter hatte 2015 seinen Rücktritt erklärt und einen außerordentlichen Fifa-Kongress einberufen, auf dem Infantino gewählt wurde.
FairSquare reichte schon einmal Beschwerde gegen Infantino ein
Die Regel zur Amtszeitbegrenzung sei »eindeutig« und sehe »keine
Ausnahme aufgrund der vollständigen oder unvollständigen Dauer der
Amtszeit« vor, zitierte das Portal The Athletic aus
dem Brief, der an drei Mitglieder eines Fifa-Überprüfungsgremiums gerichtet sei, das dem Governance-, Prüfungs- und Compliance-Ausschuss untersteht.
Die Beschwerde von FairSquare ist eher symbolischer Natur. Die
Organisation war bereits mit einer Eingabe beim Internationalen
Olympischen Komitee (IOC) gegen Infantino gescheitert. Darin war ihm die
enge Bindung zu US-Präsident Donald Trump und daraus resultierende
politische Einflussnahme vorgeworfen worden.
Infantino steht seit Jahren in der Kritik, in den vergangenen Wochen ist der Druck auf ihn noch einmal deutlich gestiegen. Seine inzwischen zurückgenommenen Pläne, die Rechte an Fifa-Turnieren an private Investoren zu verkaufen, sorgten für Entrüstung. Die Fußballverbände Europas, Asiens und Nordamerikas warfen Infantino Täuschung vor und forderten Aufklärung.
