Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) fordert als erstes Mitglied der Bundesregierung den Rücktritt des Fifa-Präsidenten Gianni Infantino. »Infantino hat dem Weltfußball mit einem geplanten Ausverkauf der WM schwer geschadet«, sagte Weimer der Nachrichtenagentur dpa.
Fußball sei »ein Kulturgut für alle und keine Spekulationsware für wenige«. Infantino habe das Vertrauen der europäischen Fußballcommunity verloren und solle sich im kommenden Jahr nicht zur Wiederwahl stellen, sagte der Kulturstaatsminister.
Der Fifa-Präsident hatte versucht, Anteile an Turnieren des Weltverbands an private Investoren zu verkaufen. Aufgrund großen Drucks stoppte er die Pläne wieder. Vor allem die Europäische Fußball-Union Uefa hatte sich dagegen ausgesprochen. »Die Uefa hat sich mit einer WM-Boykottdrohung eindeutig positioniert – das verdient Respekt und unsere Unterstützung«, sagte Weimer dazu.
Weimer übt generelle Kritik an Infantinos Führung
Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) forderte Weimer »aktiven Widerstand« gegen Infantino. Ohne DFB, Uefa und den europäischen Fußball werde es keine Fußball-WM geben. Die Uefa hat ihre Boykottdrohung auch aufrechterhalten, nachdem der Plan für den Verkauf von Anteilen verworfen war.
Weimer kritisierte zudem »die Hinterzimmer-Methoden«, mit denen Infantino den Weltverband führe. Der Fußball gehöre »nicht einer Clique von clever-gierigen Dealmakern«, sagt Weimer. So müsse aufgeklärt werden, wie es bei der Fußball-WM zur Aussetzung der Rotsperre für den US-Fußballer Folarin Balogun gekommen sei und ob ein Anruf des US-Präsidenten Donald Trump bei Infantino dabei eine Rolle gespielt habe.
