
Der Autozulieferer Aumovio wird BMW als Ausgleich für die Lieferung eines fehlerhaften Bremssystems 350 Millionen Euro zahlen. Das sei im Rahmen eines Vergleichs vereinbart worden, mit dem sämtliche Gerichtsverfahren um die Bremsen beigelegt würden, teilte Aumovio am Donnerstagnachmittag in Frankfurt mit. Für den Rechtsstreit seien bislang Rückstellungen in Höhe von 54 Millionen Euro gebildet worden. Der Vergleich werde daher das Geschäftsergebnis für das zweite Quartal schmälern.
Der Aktienkurs des Frankfurter Unternehmens legte nach Veröffentlichung der Nachricht dennoch zu. Außer dem Vergleich gaben Aumovio und BMW auch die Vereinbarung einer „langfristigen Liefer- und Entwicklungsvereinbarung zur Stärkung ihrer Geschäftsbeziehungen“ bekannt. Das geplante Auftragsvolumen liege bei mehr als einer Milliarde Euro.
Das Bremssystem MK2, um das es bei der Auseinandersetzung ging, soll Aumovio jetzt noch bis Mitte des nächsten Jahrzehnts an BMW liefern. Der Autobauer hatte 2024 wegen Problemen mit der MK2 mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen. Damals gehörte die in Frankfurt gefertigte Bremse noch zum Portfolio von Continental. Der Dax-Konzern mit Hauptsitz in Hannover hat mittlerweile das Geschäft mit Bremsen und anderer Fahrzeugtechnik abgespalten, so entstand im Herbst 2025 Aumovio.
Nach dem BMW-Rückruf hatte Continental mitgeteilt, die Ursache für die Schwierigkeiten mit den Bremsen liege in einem elektronischen Bauteil, dessen „Funktionsweise möglicherweise beeinträchtigt“ sei. Die Bremsleistung habe aber trotzdem über den gesetzlich geforderten Standards gelegen, ein Abbremsen der betroffenen Fahrzeuge sei weiterhin möglich gewesen.
