FDP-Bundesvorstand Helmer Krane hat Henning Höne und Wolfgang Kubicki für ihre Absprachen zu ihren Kandidaturen für den FDP-Bundesvorsitz kritisiert. »Dass die politische Richtung der FDP in der aktuellen Lage im Hinterzimmer entschieden wurde, ist ein Fehler und eine Hypothek für einen künftigen Bundesvorsitzenden«, sagte Helmer der ZEIT.
In einem gemeinsamen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatten die beiden erklärt, dass Höne nicht wie geplant gegen Kubicki antrete, sondern diesem den Vortritt lasse und als Stellvertreter kandidiere. Damit ist der 74-jährige Kubicki der einzig verbliebene Kandidat für den FDP-Vorsitz. Auf X schrieb Höne, dass es in der aktuellen Lage des Landes und der Partei notwendig sei, »unsere Kräfte im politischen Wettbewerb nach außen zu bündeln, statt in interner Konkurrenz«. Man wolle »der Gegenpol zu einer zerfallenden Koalition sein, die sich
in Streit und Fantasielosigkeit verliert und nicht einmal mehr die Kraft
hat, den Niedergang zu verwalten«
Krane fordert »Signale der Integration« von Kubicki
Krane sagte weiter, wenn die »Partei des Wettbewerbs« Angst vor innerparteilichem Wettbewerb habe, »was hat sie dann noch für einen Gestaltungsanspruch?«. Einigkeit müsse das Ergebnis von Diskussionen sein, »nicht von Marschbefehlen«. Dieser Vorgang schade erneut der innerparteilichen Debattenkultur.
Der designierte Bundesvorsitzende Kubicki habe jetzt die Verantwortung, Signale der Integration zu senden, sagte Krane. Die FDP werde als »optimistische Reformkraft« für die liberale Demokratie gebraucht. »Dafür müssen die Leute nicht nur wissen, dass wir besonders laut brüllen, sondern auch, dass hinter unseren Worten Substanz steckt.«
Der neue FDP-Bundesvorsitzende wird beim Parteitag Ende Mai in Berlin gewählt. Die Partei steckt in einer massiven Krise und ist nur noch in sechs von 16 Landesparlamenten vertreten. Der bisherige Bundesvorsitzende Christian Dürr zog seine erneute Kandidatur zurück, nachdem Kubicki seine Ambition angemeldet hatte.
