Mit einem Kraftakt beim 1. FC Union Berlin haben die Fußballerinnen des FC Bayern vorzeitig den Meisterschafts-Triumph perfekt gemacht. Nach dem 19. Sieg in der Frauen-Bundesliga nacheinander – Vereinsrekord – sind die Münchnerinnen bei noch vier ausstehenden Spielen nicht mehr von Platz eins zu verdrängen.
Drei Tage nach dem Titelgewinn der Männer besiegelte ein mühsam erspieltes und erkämpftes 3:2 (1:1) in der Alten Försterei die achte Meisterschaft insgesamt und die vierte nacheinander. Den Siegtreffer erzielte die zuletzt angeschlagene und in Berlin eingewechselte Nationalmannschafts-Kapitänin Giulia Gwinn – auf Vorlage von Klara Bühl, die ebenfalls ihr Comeback feierte.
Vor dem Hinspiel in der Champions League an diesem Samstag in München gegen den FC Barcelona gingen die Bayern-Spielerinnen früh durch ein Tor von Edna Imade in der achten Minute in Führung. Nur 180 Sekunden später war der Vorsprung futsch: Sophie Weidauer (11.) hatte mit einem Solo übers halbe Feld ausgeglichen. Nach der Pause traf Bayerns Barbara Dunst (50.), doch erneut kamen die Berlinerinnen durch einen Treffer von Lia Kamber (77.) zurück.
Im DFB-Pokal wartet Wolfsburg, in der Champions League Barcelona
Bayern-Coach José Barcala nutzte die Gelegenheit fürs Comeback von Nationalspielerinnen Bühl, die sich Anfang März verletzt hatte und Gwinn – das zahlte sich aus und dürfte weitere Zuversicht geben fürs Duell mit Barcelona und den Triple-Traum. Im DFB-Pokal ist der Bundesliga-Zweite VfL Wolfsburg am 14. Mai der Finalgegner.
Doch leicht machten es die Unionerinnen dem FC Bayern nicht. Von den 21 Partien bis zum Auftritt in der legendären Alten Försterei hatte das Bayern-Ensemble 20 gewonnen. Am 20. September vergangenen Jahres hatten sich die Münchnerinnen daheim eine Nullnummer gegen den FC Carl Zeiss Jena geleistet – eine Sensation damals.

Unbeeindruckt auch von den 81 geschossenen und nur sechs kassierten Toren der Bayern begannen die Berlinerinnen, die ihrerseits auch seit fünf Spielen nicht mehr verloren hatten. Der Versuch, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und das Spiel zu kontrollieren, schien aber nach wenigen Minuten fehlgeschlagen. Aus kurzer Distanz spitzelte Imade den Ball ins Tor. War es das etwa schon?
Das Team von Trainerin Ailien Poese, die nach der Saison von der aktuellen Union-Männer-Trainerin Marie-Louise Eta abgelöst wird, musste sich erstmal schütteln. Ein Ballverlust von Bayerns Dunst etwa auf Höhe der Mittellinie und ein Sprint übers halbe Feld von Weidauer bescherte prompt eine neue – in der Phase unerwartete – Wendung.
1:1, ein Gegentor und die Wucht der Eisernen Fans: Nun waren die Münchnerinnen gereizt. Gegen die defensiv sehr aufgeräumt agierenden Berlinerinnen taten sie sich schwer. Ein Distanzschuss der sehr aktiven Linda Dallmann (33.) parierte Unions Keeperin Bösl spektakulär, erste Verunsicherung bei den Münchnerinnen machte sich breit, es wurde ruppiger.
Auch nach der Pause stemmten sich die Gastgeberinnen gegen eine Niederlage. Dunst, die beim Gegentor den Ball verloren hatte, traf dann aber zur abermaligen Führung. Doch Berlin hielt dagegen. Denn nun fasste sich Kamber ein Herz und wuchtete den Ball ins Bayern-Tor. Es wurden bange Minuten für die Bayern mit einem Happy End – dank Gwinn.
