
In der medial präsenten deutschen Linken verfestigt sich nach der Ausladung des Musikers Daniel Pongratz aus der Sendung „Die Anstalt“ die Erzählung, damit habe das ZDF eine Chance vertan, ein Zeichen gegen den aufkommenden Faschismus zu setzen.
Dabei wurde die Geschäftsleitung des Senders endlich ihrer Verantwortung gerecht und sagte die Aufführung des Liedes „Keine Angst“ ab, an dessen Ende die Aufforderung zur Gewalt steht. Das sei „mutlos“, sagen die Macher der „Anstalt“, acht ZDF-Fernsehräte aus dem grün-linken Spektrum meinen das auch. NRW-Medienminister Nathanael Liminski und die Vorsitzende des Gremiums, Gerda Hasselfeldt, und der sonst schweigsame Intendant Norbert Himmler halten dagegen.
Widerspruch gegen die „Anstalt“-Opfermasche kommt auch aus einer anderen Ecke. Florian Klenk, Chef der österreichischen Wochenzeitung „Falter“, beharrt darauf, dass man links und trotzdem kein Fan von Danger Dan sein kann. Dessen Lied, so Klenk auf Facebook, sei „im Kern so deutsch und so autoritär, dass man sich als Linker am liebsten selbst eingraben möchte vor Fremdscham“. Aber er bleibe „trotz der Linken links“.
Was gefällt ihm nicht? „Diese schnulzig heruntergeklimperten Gewaltphantasien, diese Lust am Denunzieren, diese Freude am Terrorisieren, dieses Verlangen nach Selbstjustiz und dann noch die Grüße an die Hammerbande während die betroffen dreinblickenden Antifa-Streichorchester in Schwarz-Weiss fideln.“ Das sei so „autoritär spießig wie eine Klopapier-Rollen-Umhäkelung, eine Klofuß-Umpuschelung und ein Tischeimerchen in der Dresdner Frühstückspension. Ich würde als junger Linker sofort Jus inskribieren als Protest. Es hätte nur noch gefehlt, dass sich Danger Dan wie Didi Hallervorden falsche Zähne reintut, eine Perücke aufsetzt oder Helau sagt“.
Mit „Helau“ lässt Klenk es indes nicht bewenden, eine Kurzlektion über den „modernen Verfassungsstaat mit all seinen komplexen Regeln“, den man sich nicht „aus Jux und Tollerei“ gönne oder weil „wir warmduschende Bobos sind“, sondern „als Antwort auf totalitäres Denken jener, die über den Ausnahmezustand gebieten wollen und sich dabei nicht kontrollieren lassen möchten“, verpasst der Journalist der gewaltbereiten deutschen Morallinken auch. Deren Widerspruch ist ihm gewiss, wie man an den Kommentaren zu seinen Posts sieht.
