
Würde Ilse Aigner zur Bundespräsidentin gewählt, so wäre das ein Novum: das erste CSU-Mitglied als Staatsoberhaupt. Roman Herzog stammte zwar aus Landshut, gehörte aber der CDU an, ebenso die vier weiteren Bundespräsidenten aus der Union.
Viele ernsthafte Anläufe, einen christlichsozialen Politiker in das höchste Amt im Staat zu bekommen, hat es bislang gar nicht gegeben, im Unterschied zu Ambitionen, Kanzler zu werden. Nun sind Stimmen laut geworden, die sich für Aigner starkmachen oder zumindest ihre charakterlichen und ausgleichenden Fähigkeiten loben, und zwar aus der Union wie der SPD.
Früh genannt, oft verbrannt
Nun gibt es die Erfahrung, dass oft verbrannt ist, wer zu früh ins Rennen geschickt wird.
Wären Söder solch tückische Hintergedanken zuzutrauen? Manche würden diese Frage bejahen, womöglich sogar in der CSU. Warum sollte er das tun? Weil er selbst zu denen zählt, die schon mal starke Ambitionen aufs Kanzleramt zeigten, und der Weg wäre ihm dann faktisch verbaut.
Die Sache könnte aber ein Eigenleben entwickeln, denn Aigner ist eine Frau. Und auch das wäre im Bundespräsidentenamt ein Novum.
