Die Frankfurter Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) konnte in den vergangenen Tagen vielen Bergurlaubern helfen, die nach einem Murenabgang im österreichischen Kaunertal von der Außenwelt abgeschnitten waren. Das Gepatschhaus, das von der DAV-Sektion betrieben wird, war Anlaufstelle für Hunderte Tagesausflügler, die den hinteren und hoch gelegenen Teil des Tals nicht mehr verlassen konnten, da die einzige Zufahrtsstraße, die Kaunertaler Gletscherstraße, von Schlamm übersät war.
Menschen und Häuser sind offenbar nicht zu Schaden gekommen, einzig Teile der Gletscherstraße seien weggespült worden und müssten nach Säuberung des Tals von den Schlammmassen wieder hergerichtet werden.
„Wir hatten 250 Menschen in unserer Hütte, konnten mit allen möglichen Notmatratzen allen eine Notunterkunft anbieten“, sagt Thomas Demmer von der DAV-Sektion Frankfurt. Demmer war selbst nicht vor Ort, stand aber in Kontakt zum Pächterehepaar, das die Hütte seit gut vier Wochen betreibt. Die Hütte bietet regulär 85 Gästen Platz, für die zusätzlichen Gäste wurden ein Schulungsraum und der Skikeller mit Matratzen ausgelegt.
Per Helikopter ausgeflogen
Die Hütte selbst, auf 2000 Metern gelegen, hatte keinen Schaden bei den heftigen Regenfällen der Vortage genommen, die zu dem Murenabgang führten. Die Hütte liegt auf einer exponierten Erhöhung. Weil sie dort gut geschützt ist, wurde die Stelle vor anderthalb Jahrhunderten für ihren Bau auserkoren.

In den beiden Tagen nach dem Unwetter seien die Gäste per Helikopter ausgeflogen worden, wie Demmer sagt. Das Gepatschhaus sei zum Normalbetrieb zurückgekehrt, müsse derzeit aber noch mit Notstromaggregat versorgt werden, da die Stromleitung aus dem Tal hinauf zum Gipfel unterbrochen sei. Auch die berühmte Gletscherbahn laufe deshalb noch nicht wieder.
