Es gibt diese Mütter, die in der Babyzeit einfach
klarkommen. Deren Küche sauber ist, die Haare gewaschen, der Boden gesaugt. Die
strahlend mit dem Baby auf dem Arm erzählen, wie glücklich sie sind. Früher
hätte ich geschworen, dass das eine gut inszenierte Lüge ist. Bis ich bei
meinem dritten Kind selbst zu so einer Mutter wurde. Denn dieses Kind ist so
entspannt.
Unser Baby, das mittlerweile sechs
Monate alt ist, schreit so gut wie nie. Es liegt auch immer wieder mal auf der
Decke unter seinem Spielbogen, es lacht viel. Außenstehende würden wohl sagen,
wir haben ein besonders pflegeleichtes Anfängerbaby – und wahrscheinlich haben
sie damit ein Stück weit recht. Aber auch dieses Baby verbringt tagein, tagaus
mehrere Stunden entweder bei mir oder seinem Vater im Tragetuch. Es schläft so
gut wie nie länger als 20 Minuten ohne Körperkontakt und nachts stille ich
aktuell vier- bis achtmal. Trotzdem ist es ein sehr unkompliziertes Baby. Oder
besser gesagt: Es kommt mir unkompliziert vor. Gleichzeitig glaube ich nicht,
mir würde dieses Baby wie ein Anfängerbaby vorkommen, wenn es mein erstes wäre.
