Wegen niedriger Pegelstände in Flüssen und damit fehlendem Kühlwasser ist in mehreren europäischen Ländern die Atomstromproduktion gedrosselt worden. In Rumänien sind zwei Reaktoren des Kraftwerks Cernavoda außer Betrieb. Auch in Frankreich wurden in dieser Woche Reaktoren wegen der hohen Temperaturen abgeschaltet.
In Ungarn wurde derweil die Leistung des Kernkraftwerks Paks gedrosselt. Der
ungarische Präsident Pèter Magyar bittet Konzerne zudem, ihren Stromverbrauch während
der Hitzewelle zwischen 17 Uhr und 22 Uhr zu reduzieren. Dazu gehören unter anderem
Batterie- und Autohersteller, die einen hohen Stromverbrauch haben. Das Kernkraftwerk Paks, dessen vier Reaktoren von enormer Bedeutung für die Stromversorgung Ungarns sind, liegt an der Donau.
Bei dem Kernkraftwerk Cernavoda, welches ebenfalls an der Donau liegt, handelt es sich um das einzige Kernkraftwerk Rumäniens. Einer seiner beiden Reaktoren wurde bereits vor einigen Tagen abgeschaltet, bevor am Donnerstag der zweite folgte. Dies ist »im Fall schwerer Dürre« vorgesehen, wie der Betreiber Nuclearelectrica mitteilte. Es ist das erste Mal, dass beide Reaktoren wegen des niedrigen Pegelstandes der Donau abgeschaltet werden mussten. Wegen fehlender Niederschläge und aufeinanderfolgenden Hitzewellen erreichte die Donau seit Mai in einigen Abschnitten Rekordtiefstände.
In Frankreich wurde am Mittwoch einer der zwei Reaktoren des Kernkraftwerks Golfech aufgrund der hohen Temperaturen abgeschaltet. Das Kraftwerk liegt rund Hundert Kilometer nördlich von Toulouse. Der Energiekonzern hatte den Reaktor zuvor bereits zwischenzeitlich vom Netz genommen, um das Flusswasser der Garonne weniger aufzuheizen.
