Finnland ist erstmals seit 2022 wieder
Eishockey-Weltmeister geworden und hat das Final-Trauma der Schweiz
verlängert. Die Nordeuropäer besiegten den WM-Gastgeber in Zürich nach
Verlängerung mit 1:0 (0:0, 0:0, 0:0, 1:0) und krönten sich mit dem
insgesamt fünften Titelgewinn. Konsta Helenius von den Buffalo Sabres
sorgte schließlich mit seinem Tor in der Extraspielzeit für die fünfte Schweizer
Final-Niederlage nach 2013, 2018, 2024 und 2025.
Bei den zuvor neun Siegen bei dieser WM in
Zürich hatten die Schweizer den Gegner von Beginn an dominiert – auch
dank der Unterstützung ihrer Fans. Finnland schaffte es dagegen, die
Gastgeber mit Härte und starker Defensive zu bekämpfen. »Sie sind wie
Roboter«, beschrieb Deutschlands NHL-Star Moritz Seider die Finnen. Der
Schweizer Keeper Leonardo Genoni stand deutlich mehr im Mittelpunkt als
sein Gegenüber Justus Annunen.
Schweiz lange ohne Torgefahr
Die erste Torchance in der Partie, die der
DEL-Schiedsrichter André Schrader an der Seite des Schweden Tobias Björk
leitete, hatten die aggressiv startenden Finnen: Verteidiger Olli
Määttä scheiterte an Torhüter Leonardo Genoni (4.). Erst im ersten
Powerplay kamen die Schweizer mit Timo Meier erstmals gefährlich vors
Tor (11.). Zuerst jubelten die Finnen, aber zu früh: Anton Lundell
schlug den Puck aus der Luft ins Tor, doch Schrader und Co. entschieden
nach Videobeweis auf hohen Stock (14.).
Auch in doppelter Überzahl schafften es die
Schweizer zu Beginn des Mitteldrittels nicht, NHL-Torhüter Annunen in
Bedrängnis zu bringen. Im zweiten Drittel begannen die Gastgeber mit
fünf gegen drei – dank strittiger Entscheidung der Schiedsrichter. Doch
Josi und Co. brachten in doppelter Überzahl keine hochkarätige Chance
zustande. Die starke finnische Defensive ließ wenig zu. Das Team von Trainer Jan Cadieux erinnerte dabei
an die Finalspiele ohne eigene Treffer 2024 und 2025 unter dem damaligen
Coach Patrick Fischer. Der 50 Jahre alte Fischer hatte wenige Wochen
vor der WM wegen eines gefälschten Covid-Impfzertifikats vor Olympia
2022 zurücktreten müssen.
Erst gegen Ende
des Mittelabschnitts kamen die Schweizer besser ins Spiel, die beste
Möglichkeit vergab Pius Suter (36.). Im dritten Drittel hatte Josi das Siegtor auf
dem Schläger, doch Torhüter Justus Annunen kratzte den Puck von der
Linie (53.). Erst die Overtime brachte die Entscheidung.
Norwegen gewinnt Bronze
Im Spiel um Platz drei hatte zuvor sensationell Norwegen erstmals bei einer Eishockey-Weltmeisterschaft eine Medaille gewonnen.
Die Nordeuropäer bezwangen in Zürich
Rekordchampion Kanada nach Verlängerung mit 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0) und
feierten damit einen historischen Erfolg. Das zuvor beste Ergebnis der
Norweger bei einer WM war 1951 der vierte Platz. Damals fand die
Endrunde allerdings in Gruppenform statt.
Mathias Pettersen (7. Minute) und Stian Solberg
(33.) trafen für den Außenseiter. Robert Thomas (59./60.) konnte kurz
vor Schluss innerhalb von 66 Sekunden für die Kanadier ausgleichen. In
der Extraspielzeit sorgte Noah Steen (64.) für den umjubelten
Siegtreffer. Mit Henrik Haukeland besaßen die Norweger einen
überragenden Rückhalt. Der Keeper spielt bei den Straubing Tigers in
der Deutschen Eishockey Liga.
