
Drei Monate ist es nun her, dass die Fußballfrauen der Eintracht letztmals in ihrer Heimspielstätte am Brentanobad zu einem Bundesligaspiel aufgelaufen sind. Eine lange Zeit, seitdem ist einiges passiert. Von der Elf, die zum Schlusspunkt der abgelaufenen Runde mit einem 4:2 über Union Berlin die fehlenden Punkte holte, um sich nun in diesen Tagen fürs internationale Geschäft qualifizieren zu können, haben sich prägende Gesichter verabschiedet.
Allen voran Nicole Anyomi, die das Angebot der Lionesses aus London annahm, Géraldine Reuteler, die beim FC Arsenal anheuerte, und Elisa Senß, die sich für einen Wechsel zu Real Madrid entschied. Der Abgang der Nationalspielerinnen ist mit Blick auf ihre Leistungen in der Vergangenheit ein Qualitätsverlust.
Insgesamt acht Zugänge schlossen sich den Sommer über bis heute der SGE an, darunter Paulina Krumbiegel, die von Juventus Turin kam, und Larissa Mühlhaus von Werder Bremen, die beide schon das deutsche Nationaltrikot trugen. Am Freitag kam als bislang letzte Flügelspielerin Vivienne Lia dazu; die 19 Jahre alte Engländerin wurde vom FC Arsenal abgeworben und unterschrieb einen Vertrag bis Ende Juni 2030.
Niko Arnautis, der in sein neuntes Sportjahr als Cheftrainer der Frankfurterinnen geht, sieht gute Voraussetzungen, um die abermaligen Kaderumstrukturierungen mit vorzeigbaren Ergebnissen zu bewältigen.
Die Vorbereitung, inklusive des Mini-Turniers im Wettbewerb um das Startrecht für die Königsklasse und des finalen Tests gegen Lyon (2:1), wertete er als „sehr gut“. Gegen die Französinnen, den achtmaligen Champions-League-Gewinner, erzielte Erëleta Memeti den entscheidenden Siegtreffer. Die 27-Jährige saß in dieser Woche auf dem Podium im Klub-Campus, und während Arnautis bemüht war, unaufgeregt über die Absichten bei den kommenden Herausforderungen zu sprechen, sprudelte die Vorfreude aus der neben ihm sitzenden Deutsch-Kosovarin nur so heraus.
Drei Stellvertreterinnen für Kapitänin Laura Freigang
Dass Arnautis sie zuvor zu einer von nunmehr drei Stellvertreterinnen von Kapitänin Laura Freigang ernannt hatte (deren Verfahren wegen des Verstoßes gegen die Dopingrichtlinien nach wie vor läuft), nannte Memeti eine „große Ehre“. Sie kündigte an, der damit verbundenen „Verantwortung“ gerecht werden zu wollen: „Ich denke, dass ich mit meinem Spielstil, aber auch mit meiner Persönlichkeit die Mannschaft gut vorantreiben und motivieren kann“, sagte die Mittelfeldspielerin, die im Sommer 2025 von der TSG Hoffenheim engagiert wurde: „Genau das passt zur Eintracht.“
Memeti verkörpert einen Mumm in der Herangehensweise an die Aufgaben, der ausgeprägter ist als bei vielen ihrer Kolleginnen. Sie sagte, dass sie „positiv“ in die Zukunft blicke, bei der es an diesem Samstag zunächst zum Duell vor eigenem Publikum gegen den 1. FC Köln kommt (12 Uhr), der sich unter anderem durch den Transfer von Nationalverteidigerin Kathrin Hendrich verstärkte.
„Ich hatte eine gelungene erste Saison bei der Eintracht und habe mich direkt wohl gefühlt“, sagte Memeti unter Berücksichtigung der 24 Liga-Einsätze, in denen sie fünf Treffer beisteuerte. „Frankfurt passt sehr gut zu mir, und ich passe sehr gut zu Frankfurt – es war einfach ein Match.“ Sie unterschätze den Debütgegner nicht, fügte sie an, weil sie die Rheinländerinnen als stets „unangenehm“ in den Zweikämpfen in Erinnerung habe. „Doch wir wären nicht Eintracht Frankfurt, wenn wir nicht immer alles geben würden“, sagte Memeti.
Bis zur Länderspielpause, die Anfang Oktober beginnt, so habe es der Trainer mit dem Team besprochen, wollten sie „bestmöglich abschneiden“, um „Stück für Stück“ Eindrücke über sich, aber auch die Konkurrenz zu gewinnen – um danach „zu schauen, was langfristig möglich sein kann“. Eine Idee, was auf jeden Fall herausspringen soll, äußerte Memeti bereits: „Die internationalen Plätze haben wir im Visier.“ Das gilt auch für die Kölnerinnen. Auch deswegen kommt dem Auftakt Aussagekraft zu.
