
Sollten die Tage von Albert Riera bei der Eintracht gezählt sein, ist er daran zu großen Teilen selbst schuld. Der Spanier hat seine wichtigsten Spieler einen nach dem anderen entmachtet. Er setzte erst Can Uzun auf die Bank, dann Arthur Theate, später Mario Götze und Jonathan Burkardt.
Wie Riera nach innen wirkte, ist schwer zu beurteilen. In seiner Zeit als Trainer sind allerdings viele Informationen nach außen gedrungen, zuletzt über den Fitnesszustand von Stürmer Burkardt. Das sorgte für die heute schon ikonische Wutrede Rieras, die „Bullshit“-Suada von Niederrad. Eine Mannschaft, die hinter ihrem Trainer steht, schießt am Tag darauf den abstiegsbedrohten Hamburger SV aus dem Stadion. Rieras Eintracht verlor gegen harmlose Aufsteiger 1:2.
Das, in aller Kürze, zum Anteil des Spaniers an der Eintracht-Krise. Riera ist jedoch der dritte Trainer, der sich an dieser Mannschaft versucht. Sie ging als Champions-League-Teilnehmer in die Saison, schlug Bremen, Istanbul und Hoffenheim an den ersten Spieltagen deutlich.
Markus Krösches teurem Kader fehlt die Statik
In der Rückrundentabelle steht sie auf dem elften Platz. Hinter ihr sind dort nur Teams gelistet, die vor Spieltag 33 noch absteigen können. Es ist genau jene Mannschaft, die teurer ist als jede andere in der bald 127 Jahre langen Geschichte des Vereins.
In all diesen Jahren hat Krösche ein Gefühl für die Statik eines Kaders ausgezeichnet. In ihm müssen ein paar Talente spielen, die für viel Geld verkauft werden. Deren Leistung schwankt. Stabil ist der Auftritt erfahrener Spieler, die nicht mehr auf ein großes Angebot warten.
Diese Frankfurter Mannschaft hat keine Statik. Ihr Gerüst ist schief. Der halbe Mannschaftsrat sitzt auf der Bank. Niemand schaut auf das große Ganze, seit Kevin Trapp und Tuta den Verein verlassen haben. Ihnen trauern manche Spieler heute noch hinterher, fast ein Jahr nach deren Abgang. Damit ist zum Zustand der Mannschaft vieles gesagt.
Die Eintracht hat viele Probleme, eines mit der Fitness, eines mit dem Trainerteam, eines mit dem Einsatz. Und ein großes mit der Disziplin. Das zieht sich durch die gesamte Saison. Es wird nicht genügen, den Trainer zu wechseln. Aber es wäre ein erster, richtiger Schritt.
