Junge Menschen in Deutschland fühlen sich auch mehrere Jahre nach der Coronapandemie oftmals einsam. Der Anteil der stark einsamen Menschen unter den 21- bis 30-Jährigen hat sich mit rund 21 Prozent kaum verringert, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) mit.
Unter den 31- bis 54-Jährigen liege dieser Wert mit 14 Prozent deutlich niedriger. Insgesamt berichtet rund ein Drittel (34 Prozent) aller befragten
Erwachsenen im Alter von 21 bis 54 Jahren, sich zumindest teilweise
einsam zu fühlen. Davon sind 16 Prozent stark und 18 Prozent moderat
betroffen.
Frauen gaben in allen Befragungen seit dem Jahr 2022 etwas häufiger an,
sich einsam zu fühlen als Männer. Zum jüngsten Zeitpunkt im Winter
2024/2025 berichteten 36 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer
von Einsamkeit.
»Kein kurzfristiges Phänomen während und nach der Pandemiezeit«
»Das Einsamkeitsempfinden hat sich seit der Coronapandemie kaum
zurückgebildet«, sagte BiB-Expertin Sabine Diabaté. »Damit bestätigt
sich, dass Einsamkeit unter jungen Erwachsenen kein kurzfristiges
Phänomen während und nach der Pandemiezeit ist, sondern besonders für
die Generation Z zu einer anhaltenden psychosozialen Belastung zu werden
scheint.« Zur Generation Z werden die etwa zwischen 1995 und 2010
Geborenen gezählt.
Das Gefühl des Alleinseins gerade unter jungen Menschen hatte in der
Corona-Zeit von 2020 bis 2022 stark die öffentliche Debatte bestimmt.
Seither hat sich das Stimmungsbild nur geringfügig verändert, wie die
Zahlen belegen. 2022 hatten die entsprechenden Werte 45 Prozent in der
jungen Gruppe und 33 Prozent bei den über 30-Jährigen betragen.
Vulnerable Lebensphase und multiple Krisen
Für die höhere Betroffenheit jüngerer Erwachsener spielen nach
Experten-Einschätzung unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Gerade junge Erwachsene erlebten durch multiple Krisen unsichere Zukunftsperspektiven.
Die Phase
des jungen Erwachsenenalters gelte zudem als eine besonders
vulnerable Lebensphase. »Viele junge Menschen befinden sich in einer
Phase der Orientierung und des Übergangs, was die Anfälligkeit für
Einsamkeit erhöhen kann«, erläuterte BiB-Forscherin Pauline
Kleinschlömer.
Die Daten stammen demnach aus dem familiendemografischen Panel FReDA aus dem Winter 2024/2025. Für die Freda-Langzeitstudie zu
Beziehungen und Familienleben in Deutschlandwerden zweimal jährlich
rund 30.000 Personen befragt.
