In der Debatte ums Ehegattensplitting gibt es in Deutschland seit Jahren genau zwei Positionen: Die einen sagen, das Splitting sei ungerecht, teuer und hält Frauen in Minijobs oder Teilzeit, also: weg damit. Die anderen sagen, es schütze die Ehe, sei verfassungsrechtlich geboten, und wer es antaste, greife Familien an, also: Hände weg. Die Folge: Es ändert sich nichts.
Auch der aktuelle Vorschlag von SPD-Finanzminister Lars Klingbeil teilt Beobachter in zwei Lager. Er will das Splitting nun nur für neue Ehen beschränken. Über Jahrzehnte würden dann zwei Systeme nebeneinander existieren: Altehen mit vollem Splittingvorteil, Neuehen ohne. Neue Ungleichheiten würden entstehen, dann halt zwischen frisch und alten Verheirateten.
