
Der Irankrieg und die hohen Energiepreise belasten zunehmend das Konsumklima in Deutschland. Im April sind die Einkommenserwartungen der Verbraucher den zweiten Monat nacheinander drastisch gesunken. Das zeigt die aktuelle Verbraucherumfrage des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM). Der entsprechende Indikator lag im April bei minus 24,4 Punkten, nachdem er im Februar noch 6,3 Punkte erreicht hatte.
„Die Einkommenserwartungen brechen infolge der gestiegenen Inflation regelrecht ein“, sagte Rolf Bürkl vom NIM. Das drückt auch auf die Bereitschaft der Verbraucher für größere Anschaffungen. Im März war die Inflationsrate von 1,9 auf 2,7 Prozent gestiegen. Weil in der Folge die Anschaffungsneigung sinkt, belastet die eingetrübte Verbraucherstimmung die konjunkturellen Aussichten.
Konsumklima so schlecht wie zuletzt im Jahr 2023
Der Indikator für das Konsumklima im Mai fiel nach Analyse des NIM abermals auf minus 33,3 Punkte und liegt damit neun Punkte niedriger als noch im Februar. Die damalige Hoffnung auf eine zögerliche Erholung des Konsumklimas hat sich nicht erfüllt. Wie sehr der Irankrieg die Verbraucherstimmung belastet, zeigt der längerfristige Vergleich. Mit minus 33,3 Punkten liegt der Konsumklimaindikator, den das NIM zusammen mit dem Marktforschungsinstitut NIM/GfK herausgibt, nun so niedrig wie zuletzt im Frühjahr 2023.
Neben der höheren Inflation drücken nach Analyse des NIM die schlechteren Konjunkturaussichten auf die Verbraucherstimmung. Rechneten die Verbraucher im Februar im Saldo noch mit einer leichten Besserung der Konjunktur, deutet der Saldo von minus 13,7 Punkten nun auf eingetrübte Konjunkturerwartungen hin. Die Bundesregierung hatte ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr gerade von eins auf 0,5 Prozentpunkte halbiert. Auch der deutliche Verfall von Geschäftsklimaindikatoren wie dem Ifo-Index verschlechtern die Wachstumsaussichten.
