Im Zusammenhang mit dem Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle hat die Polizei ein verlassenes Dorf unweit des Flughafengeländes durchsucht. Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts bestätigte den Einsatz in Kursdorf. Wonach genau gesucht wurde, wollte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Nach Recherchen der ZEIT gab es am Abend des Drohnenfunds Hinweise auf eine Explosion in dem Ort. Der Generalbundesanwalt verweist darauf, dass die Ermittlungen andauern.
In Kursdorf, das vom Flughafengelände umgeben ist, wohnen keine Menschen
mehr. Lediglich eine Kirche und einige Häuser stehen noch. Jedoch haben sich einige kleine Firmen in dem Ort angesiedelt. Ein Handwerksbetrieb, eine Autowerkstatt sowie eine Außenstelle eines Postdienstleisters.
Augenzeugen berichteten der ZEIT, am Dienstagabend vergangener Woche um 19.19 Uhr einen lauten Knall in Kursdorf gehört zu haben. Nur etwa zehn Minuten später war eine mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Drohne schlug auf einer der Tragflächen eines Flugzeugs ein, in denen sich in der Regel die Treibstofftanks befinden. Zu einer Explosion kam es bei dem Aufprall aber nicht. Videoaufnahmen zeigen, dass das Objekt von der Tragfläche abprallte und zu Boden fiel. Davon zeugen Spuren an einem der Flügel der Antonow.
Die Drohne wurde erst vier Stunden später zufällig entdeckt. Auf weiteren Videoaufnahmen ist zu sehen, dass die Drohne auf dem Boden lag, als sich ein Busfahrer, der eine Touristengruppe gefahren hatte, dem Objekt näherte. Nach kurzem Zögern stellte er seinen Fuß auf den Quadrokopter mit vier Rotoren und alarmierte das Sicherheitspersonal. Der Semtex-Sprengstoff wurde nicht an der Drohne selbst vorgefunden, sondern in einiger Entfernung. Möglicherweise hatte er sich beim Aufprall am Flugzeug abgelöst.
