Unter einer Brücke, tief im dichten
Gestrüpp, liegt das Versteck. An einem Ort, an dem Störche brüten. So friedlich. Abgelegen. Sicher. Es ist auch ein Ort, der eine
wichtige Rolle in Zusammenhang mit einem Anschlag spielt, bei dem Deutschland
nur knapp einer Katastrophe entkommen ist.
Der Ort liegt wenige Kilometer vom
Flughafen Leipzig/Halle entfernt, an einer Aue außerhalb von Merseburg in
Sachsen-Anhalt. Ein Loch im feuchten Boden, offenbar extra gegraben, verborgen
zwischen Brennnesseln und Hagebutten: ein Erddepot.
Es soll eines der Verstecke jener
Täter gewesen sein, die am Abend des 4. August versucht haben, einen
Anschlag auf Deutschland zu verüben, wie ihn die Bundesrepublik noch nicht
erlebt hat. Eine mit Sprengstoff beladene Drohne prallte auf die Tragfläche
einer parkenden Frachtmaschine. Das Versteck an der Saalebrücke
diente den Tätern womöglich als Zwischenlager für Sprengstoff und
Drohnenbauteile, diesem Verdacht gehen jedenfalls die Ermittler nach. Als sie
es fanden, war das Loch mit einer Platte bedeckt, darunter lagen noch Reste eines
Kabels.
