Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat vor dem Hintergrund des jüngsten Drohnen-Vorfalls am Flughafen Leipzig eine Aufstockung der Drohnen-Abewehrkräfte bei der bayerischen Polizei angekündigt. «Das Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrum (DKAZ) der Polizei in Erding soll schrittweise auf rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufwachsen», sagte Herrmann bei einer Pressekonferenz am Flughafen Nürnberg. Zugleich würden die Polizeidienststellen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen personell weiter verstärkt.
Allein in Nürnberg sollen am 1. September 18 weitere Polizeikräfte ihren Dienst bei der bayerischen Grenzpolizei antreten. Die technischen Fähigkeiten zur Erkennung und Abwehr von Drohnen würden ständig angepasst. Dies erfordere auch erhebliche finanzielle Aufwendungen, für die er sich bei den Verhandlungen zum Nachtragshaushalt 2027 einsetzen werde.
Die technischen Möglichkeiten von Angreifern würden ständig fortschreiten – die Polizei müsse sich anpassen. Ein erheblicher Teil der Arbeit des DKAZ bestehe darin, den Markt für Drohnentechnik zu erkunden, technologische Entwicklungen zu beobachten und neue Systeme zu erproben sowie ihre Tauglichkeit für den polizeilichen Einsatz zu bewerten.
Eine Änderung der Zuständigkeiten für die Drohnenabwehr unter anderem an Flughäfen hält Herrmann indes weder für notwendig noch für machbar. Es werde nicht funktionieren, dass etwa die Bundespolizei ganz Deutschland schütze – schon aus finanziellen Überlegungen. In Bayern seien die Zuständigkeiten auch für die Flughäfen klar geregelt, Reibungsverluste seien nicht zu erkennen.
© dpa-infocom, dpa:260814-930-529534/1
