
In einem groß angelegten Verfahren gegen eine international agierende Gruppierung, die Hunderte Kilogramm Rauschgift nach Deutschland geschmuggelt haben soll, wurde nun der mutmaßliche Kopf der Bande festgenommen. Er soll von Hessen aus die Verteilung unterschiedlicher Drogen für den europäischen Markt organisiert haben.
Wie das Hessische Landeskriminalamt (LKA) gemeinsam mit dem Zollfahndungsamt Frankfurt mitteilte, wurde der 34 Jahre alte Hauptbeschuldigte in Bosnien gefasst. Zudem wurden sieben weitere Tatverdächtige in Deutschland und in der Schweiz festgenommen.
Kopf der Bande in Sarajevo festgenommen
Auf die Spur der Gruppierung waren die Ermittler im vergangenen Jahr gekommen. Im Frühjahr 2025 leitete die Staatsanwaltschaft Wiesbaden schließlich ein Verfahren gegen die Tatverdächtigen ein. Ausgangspunkt war die Sicherstellung von mehr als 600 Kilogramm verschiedener Betäubungsmittel im April 2025. In vier leer stehenden Immobilien, die über mehrere Städte in Hessen verteilt waren und die offenbar als Drogenbunker genutzt wurden, stellten Zollfahnder und Polizisten rund 350 Kilogramm Marihuana, mehr als 200 Kilogramm Amphetamin und rund 186 Kilogramm Codein sicher.
Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Anführer der Gruppierung sich in Bosnien aufhalten soll. Er wurde schließlich in Sarajevo durch Zielfahnder des LKA lokalisiert und dort festgenommen. Bei der Durchsuchung seiner Räumlichkeiten wurden drei scharfe Schusswaffen samt Munition beschlagnahmt. Der Beschuldigte soll nun zur weiteren Strafverfolgung nach Deutschland überstellt werden.
Der Vierunddreißigjährige steht im Verdacht, die illegale Einfuhr von mindestens 88 Kilogramm Kokain unter anderem aus den Niederlanden nach Deutschland veranlasst zu haben, wie die Behörden weiter mitteilten. Dabei habe er den Betäubungsmittelschmuggel mithilfe von Kurieren organisiert, deren Fahrzeuge mit professionellen Schmuggelverstecken ausgestattet gewesen seien. Den Erkenntnissen zufolge war das Rauschgift für eine europaweite Verteilung bestimmt.
Im Zuge des Verfahrens wurden im Mai dieses Jahres in München, Frankfurt und in der Schweiz erhebliche Mengen Rauschgift sowie 145.000 Euro in bar sichergestellt. Zwei Frauen und fünf Männer im Alter von 23 bis 39 Jahren wurden festgenommen. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
