Zu extremen Situationen führen Hitze und Trockenheit auch entlang der Donau. In Österreich waren die ersten sieben Monate des Jahres so niederschlagsarm wie noch nie seit Beginn des 20. Jahrhunderts, teilt der staatliche Dienst Geosphere Austria mit. Das wirkt sich auch mittelbar auf die Pegelstände aus, da durch den geringeren Schneefall im Winter nun weniger Schmelzwasser aus den Alpen in die Flüsse kommt.
In zahlreichen Gemeinden Ober- und Niederösterreichs, die ihre Leitungen mit Grundwasser speisen, herrscht schon seit Wochen Wasserknappheit. Im Waldviertel nordwestlich von Wien setzte ein Regionalzug am Donnerstag einen Bahndamm in Brand, da beim Bremsen Funken ins ausgetrocknete Gras geschleudert wurden.

Flussabwärts der Donau ist die Lage noch prekärer. Die Behörden in Ungarn und Rumänien kündigten an, die Atomkraftwerke Paks und Cernavodă wegen der niedrigen Pegelstände herunterfahren zu müssen. Die Reaktoren benötigen das Flusswasser für ihren Kühlkreislauf. Gefahr bestehe nicht, hieß es, da der Bedarf an Kühlwasser schnell auf einen Bruchteil sinke, sobald die Kettenreaktion im Reaktor gestoppt wird.

Da in Ungarn zudem ein großes Gaskraftwerk wegen eines Defekts bis Sonntag keinen Strom liefern kann, kündigte die Regierung an, dass große Energieverbraucher wie Batteriefabriken teilweise vom Netz genommen werden müssten. Die Bürger wurden gebeten, Klimaanlagen trotz der enormen Hitze nach Möglichkeit erst nach 17 Uhr einzuschalten und Elektroautos nicht während des Tages zu laden.
Wirtschaftsminister István Kapitány sprach von einer „absurden“ Situation, da die Donau trotz der Rekordwerte noch genug Wasser für die Kühlung des Atomkraftwerks Paks führe. Nur habe es die frühere Fidesz-Regierung versäumt, die Zuläufe technisch an die absehbar niedrigeren Stände anzupassen.
In Bulgarien sorgten die Wasserstände aber auch für eine positive Überraschung. Am Mittwoch entdeckte dort der Bewohner eines Ortes in der Nähe der Stadt Ruse im freigelegten Flussbett große Knochenteile. „Sehr wahrscheinlich“ handele es sich um die Überreste eines Mammuts aus der Eiszeit, zitierte die Nachrichtenagentur AFP den Direktor des regionalen Geschichtsmuseums. Archäologen sprechen von einem Glücksfund. Denn es komme selten vor, dass mehrere so gut erhaltene Knochen an einer Stelle entdeckt werden.
