Das amerikanische Finanzministerium trifft Vorbereitungen, eine 250-Dollar-Note mit dem Konterfei von Präsident Donald Trump herauszugeben. Bisher verbieten die Regeln, eine lebende Person auf amerikanischen Geldnoten und Münzen zu zeigen. Finanzminister Scott Bessent unterstützt den Plan, den offenbar Trump selbst verfolgt.
Seit dem vergangenen Jahr drängten zwei politische Beamte im Finanzministerium, die von Trump ernannt worden waren, Mitarbeiter des zuständigen Bureau of Engraving and Printing wiederholt dazu, Prototypen der Banknote vorzubereiten. Das berichteten Beschäftigte der Behörde nach Angaben der „Washington Post“. Der Vorstoß habe intern Bedenken ausgelöst, weil das Bundesrecht derzeit nur verstorbene Personen auf Geldscheinen erlaubt.
Das Verbot, lebendige Personen zu zeigen, geht auf eine kühne Aktion von Spencer Clark zurück, der 1866 die amerikanische Münzanstalt leitete. Er ließ sich selbst auf einer 5-Cent-Note abbilden. Der Kongress hatte verlangt, die Note solle den berühmten Entdecker William Clark von der Lewis-und-Clark-Expedition ehren. Doch angeblich hieß es in dem Dokument, das im Finanzministerium ankam, nur, der neue Schein solle „Clark“ ehren – ohne klarzustellen, welcher Clark gemeint war. Spencer M. Clark, der mit der wahren Absicht des Kongresses vertraut war, nutzte die unpräzise Anweisung, um sich selbst zu verewigen. Das erzürnte den Kongress, der daraufhin das Verbot gesetzlich fixierte.

Die widerspenstige Chefin der Prägeanstalt wurde versetzt
Die Chefin des Bureau of Engraving and Printing, die Medienberichten zufolge Trumps Beamte auf rechtliche Hindernisse hingewiesen hatte, wurde in eine andere Abteilung des Finanzministeriums versetzt. Die Versetzung sei nicht ihre Entscheidung gewesen, schrieb sie in einer Abschiedsmail an ihre Mitarbeiter.
Finanzminister Bessent stellte jetzt klar, dass die Entscheidung für die Trump-Note beim Kongress liege. Tatsächlich liegt ein entsprechender Gesetzentwurf, Trump auf der Note zu verewigen, dem Kongress vor. Der republikanische Abgeordnete Joe Wilson aus South Carolina brachte im vergangenen Jahr einen Gesetzentwurf ein. Der Entwurf wurde im Dezember an den Finanzausschuss des Repräsentantenhauses überwiesen, kam seither aber nicht voran.
Wilson schrieb jetzt auf der Plattform X: „Ich bin dankbar, diesen Vorschlag im Kongress voranzubringen, und freue mich auf seine baldige endgültige Verabschiedung! Der wertvollste Präsident auf unserem wertvollsten Geldschein!“ Ein obskurer britischer Künstler aus Florida namens Iain Alexander, der sich als internationaler königlicher Porträtkünstler ausgibt, hat sich Trump offenbar erfolgreich angedient und erste Entwürfe vorgelegt.
Der Vorstoß fügt sich ein in die Bestrebungen des Präsidenten, sich in den Mittelpunkt der Feierlichkeiten zur 250-Jahr-Feier der Republik zu stellen. Zu Trumps Plänen für das große Jubiläum gehört auch ein Triumphbogen, der größer als der Arc de Triomphe in Paris ausfallen soll und schon den Spitznamen „Arc de Trump“ trägt – mit Billigung des Präsidenten. Auf die Frage eines TV-Reporters, wen der Triumphbogen ehren solle, antwortete er: „Mich.“
