US-Präsident Donald Trump will sich nach eigenen Angaben noch in diesem Jahr mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un treffen. Trump antwortete auf die entsprechende Frage eines Journalisten: »Ja, das werde ich.« Er kenne Kim und verstehe sich gut mit ihm. Trump soll einem
Bericht des Wall Street Journal zufolge seine Mitarbeiter drängen, ein
persönliches Treffen noch im Herbst zu organisieren.
»Er verfügt über 57 sehr mächtige Atomwaffen«, sagte der US-Präsident über Kim. Dies hätte niemals zugelassen werden dürfen. »Wäre ich Präsident, hätte ich das nicht zugelassen. Aber er hat sie nun einmal.« Dass Trump eine konkrete Zahl von Atomwaffen im Besitz Nordkoreas nennt, ist ungewöhnlich. Die US-Regierung veröffentlicht keine offiziellen Schätzungen. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri schätzte die Zahl im Juni auf rund 60.
Frühere diplomatische Bemühungen unter Trump gescheitert
Trump hatte sich während seiner ersten Amtszeit 2018 und 2019 wiederholt mit Kim getroffen. Die diplomatischen Bemühungen scheiterten jedoch an der US-Forderung nach einer nuklearen Abrüstung Nordkoreas. Unklar ist, weshalb Trump im aktuellen Irankrieg das Ziel benennt, dass der Iran keine Atomwaffen haben dürfe, diesen Druck auf Nordkorea aber nicht ausübt. Nordkorea ist eng mit China und Russland verbündet.
Trump hatte jüngst das US-Verteidigungsministerium angewiesen, gemeinsame Militärübungen mit Südkorea zu verkürzen. Die Übungen würden eine unangemessene und feindselige Botschaft an Nordkorea senden, sagte er. Nordkorea sei nicht bedrohlich, sondern respektvoll gewesen. Experten stuften Trumps Entscheidung für verkürzte Manöver mit Südkorea als
Versuch ein, mit Kim wieder ins Gespräch zu kommen.
Kims Schwester will nichts von Austausch mit Trump gehört haben
Am Montag hatte Trump gesagt, er habe eine Antwort von Kim auf seine Kontaktversuche erhalten. Kims einflussreiche Schwester, Kim Yo-jong, teilte jedoch mit, ihr sei nichts von einer jüngsten Kommunikation zwischen den beiden Staatschefs bekannt. Das Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea sei zwar »wirklich großartig«, die US-Regierung bedrohe mit den Militärübungen mit Seoul jedoch weiterhin die nationale Sicherheit Nordkoreas.
Zugleich sagte Kim
Yo-jong, ihr Bruder habe »gute Erinnerungen« an den US-Präsidenten. Analysten sahen
darin ein Signal der Gesprächsbereitschaft, verbunden mit dem Versuch,
im Vorfeld Zugeständnisse zu erreichen.
