
Das erste Jahr nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus war für Donald Trump extrem lukrativ. Dies hat ein 927 Seiten langer Bericht offengelegt, den der US-Präsident pflichtgemäß bei einer amerikanischen Ethikbehörde vorgelegt hat. Demnach hat er im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 2,2 Milliarden Dollar eingenommen. Davon entfielen allein mehr als 1,4 Milliarden Dollar auf seine noch sehr jungen Aktivitäten in der Kryptoindustrie. Das ist ein dramatischer Anstieg gegenüber 2024, als seine Kryptogeschäfte ihm 57 Millionen Dollar einbrachten.
Der Bericht liefert ein umfassendes, wenn auch bei Weitem nicht vollständiges Bild über die verschiedenen Einnahmequellen des US-Präsidenten. Dazu gehören auch die Immobiliengeschäfte, für die er früher in erster Linie bekannt war, etwa seine Golfplätze oder sein Privatklub Mar-a-Lago in Florida. Der Bericht enthält auch Einnahmen aus Vergleichen in zweistelliger Millionenhöhe mit Unternehmen, die er verklagt hat, darunter Meta, Google und Walt Disney. Aufgeführt sind auch Umsätze mit Lizenzgeschäften, zum Beispiel Uhren, die unter Trumps Namen vermarktet wurden und 4,7 Millionen Dollar einbrachten.
WM-Tickets vom FIFA-Präsidenten
Auch Geschenke sind in dem Bericht zu finden. Beispielsweise zehn Tickets für das Finale der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft, deren Wert auf insgesamt 15.000 Dollar beziffert wird. Als „Quelle“ dieses Geschenks wird Gianni Infantino genannt, der Präsident des Fußballverbandes FIFA. Daneben sind zehn Tickets für das Tennisturnier US Open in New York im Wert von 25.000 Dollar aufgeführt, die vom Schweizer Uhrenhersteller Rolex kamen.
Der Bericht liefert zudem Angaben über Aktiengeschäfte. Trump hat zum Beispiel Aktien diverser Technologieunternehmen wie Nvidia, Apple und Microsoft gekauft. Deren Wert wird in dem Bericht nicht exakt, sondern nur in einer Spanne angegeben. Vor wenigen Wochen wurde schon ein Bericht über Trumps Aktiengeschäfte im ersten Quartal dieses Jahres publik. Diese Transaktionen werfen Fragen nach Interessenkonflikten auf, zumal Trumps Politik oft Einfluss auf die Aktienkurse von Unternehmen in seinem Portfolio hat. Etwa Entscheidungen darüber, ob Nvidia bestimmte Chips in China verkaufen darf.
Am bemerkenswertesten an dem Bericht ist aber wohl Trumps schneller Aufstieg zum Krypto-Milliardär, zumal auch dies Fragen nach Interessenkonflikten mit sich bringt. Trump stand Kryptowährungen einst kritisch gegenüber und hat sie als „Schwindel“ beschrieben. Im Wahlkampf 2024 warb er dann aber um die Kryptoindustrie, die sich über eine nach ihrer Meinung zu strenge Regulierung unter dem damaligen Präsidenten Joe Biden beklagt hatte.
Mehrere kryptofreundliche Dekrete
Nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Trump mehrere kryptofreundliche Dekrete herausgegeben. Er ist auch selbst in das Kryptogeschäft eingestiegen, beispielsweise mit dem 2024 gegründeten Unternehmen World Liberty Financial, das verschiedene Kryptoprodukte herausgibt. An diesem Unternehmen hat eine Investmentgesellschaft mit Verbindungen zur Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate fast die Hälfte der Anteile erworben. Trump hat außerdem kurz vor seiner Vereidigung einen sogenannten Meme Coin angekündigt. Das sind Kryptowährungen, die üblicherweise in erster Linie als Spekulationsobjekte gelten und keinen substanziellen Nutzwert haben.
Auch die eher traditionellen Geschäfte in Trumps Imperium entwickeln sich prächtig. Beispielsweise wurde der mit Mar-a-Lago erzielte Umsatz auf 77 Millionen Dollar beziffert, nach 50 Millionen Dollar im Jahr 2024.
Für viele von Trumps Geschäften in dem Bericht sind Umsätze aufgeführt, das heißt, es ist unklar, wie viel Gewinn ihm verbleibt. Auch wie groß sein Reichtum insgesamt ist, wird nicht beantwortet. Es gibt dafür unterschiedliche Schätzungen. Im „Bloomberg Billionaires Index“ wird Trumps Nettovermögen auf 7,6 Milliarden Dollar beziffert, die Zeitschrift „Forbes“ schätzt es auf sechs Milliarden Dollar. Klar ist aber wohl, dass Trump seinen Reichtum vermehrt hat. Für 2024 hatte „Forbes“ sein Nettovermögen noch auf 2,3 Milliarden Dollar geschätzt. Neben seinen Kryptogeschäften hat der Anstieg auch mit seinem Anteil an seinem Unternehmen Trump Media & Technology Group zu tun, zu dem die Onlineplattform Truth Social gehört. Dessen Aktie hat allerdings in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 50 Prozent an Wert verloren.
Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte in einer Stellungnahme, Trump und seine Familie hätten keine Interessenkonflikte. Der Präsident handele stets „im besten Interesse des amerikanischen Volkes“.
