
Schon viereinhalb Monate dauert der Krieg, den Trump und Netanjahu mit wechselnden Kriegszielen begonnen hatten, von denen die meisten teilweise oder ganz verfehlt wurden. Dem Regime, das sie stürzen wollten, gaben die Angreifer sogar noch eine mächtige Waffe in die Hand, die Teheran bis dahin nicht zu benutzen gewagt hatte: die Sperrung der Straße von Hormus.
„Hormus wichtiger als ein Dutzend Atombomben“
Ein iranischer General sagte, die Herrschaft über diese Schlagader der Weltwirtschaft sei wichtiger als ein Dutzend Atombomben, weswegen Iran sie auch „schützen“ und für die Passage Gebühren verlangen werde. Das haben die USA und weitere Handelsnationen bisher kategorisch abgelehnt, auch weil damit ein fataler Präzedenzfall für andere Meerengen geschaffen werden würde.
Nun aber legte Trump eine zweifache Kehrtwende hin, mit der er seine bisherigen bizarren Entscheidungen noch übertraf. Erst wollte Don Donald ein Schutzgeld von 20 Prozent des Warenwerts kassieren, als Entschädigung dafür, dass die USA für eine sichere Passage sorgten – die unsicher bis unmöglich geworden ist, seit die USA Iran angegriffen haben. Das grenzte an das Geschäftsmodell der Mafia. Der Schutz blieb bislang freilich löchrig.
Allein mit der jetzt wieder einkassierten Ankündigung trieb Trump den Ölpreis in die Höhe, auch für die Amerikaner. Dann also Kommando zurück. Man muss inzwischen an der Zurechnungsfähigkeit dieses Präsidenten zweifeln. Und darauf hoffen, dass die amerikanischen Wähler sich im Herbst als klüger erweisen als er.
