
Das Niedrigwasser im Rhein erschwert den Wasserrettern von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Einsätze. Ein Großteil der sogenannten Nato-Rampen am hessischen Rheinufer ende aktuell im Trockenen, sagt Michael Hohmann, Präsident des Landesverbands Hessen der DLRG. Wenn sie ihre Rettungsboote dort ins Wasser lassen, riskieren die Einsatzkräfte, dass die freigelegten Steine Schäden an den Anhängern oder Booten anrichten.
„Wenn akute Gefahr ist, dann würden wir auch Materialschäden in Kauf nehmen“, sagt Hohmann dazu. Die Einsätze dauern wegen der zu kurzen Rampen aber auch am Ende länger: Um die Boote wieder aus dem Wasser zu bekommen, müssen die Retter Umwege zu geeigneten Rampen fahren. Das könne 40 bis 60 Minuten zusätzliche Einsatzzeit bedeuten.
Schlauchboote als Alternative
„Wir gehen jetzt eher mit Schlauchbooten raus“, sagt Hohmann. „Das ist eine Alternative, aber keine perfekte.“ Der Vorteil: Wenn ein paar Einsatzkräfte anpacken, lassen sie sich ins Wasser tragen. Die DLRG werde deshalb weitere Schlauchboote anschaffen. Die Schwierigkeiten an den Rampen müssten aber gelöst werden. „Da ist jeder nicht zuständig“, kritisiert er. „Das ist ein Thema, das bleibt.“
Wichtig sei zudem, den Fluss auch bei niedrigem Wasserstand nicht zu unterschätzen. Wer im Rhein zurzeit schwimmen gehe, sei wegen der geringeren Breite automatisch näher an den Schiffen. Außerdem sei deren Sogwirkung bei Niedrigwasser noch stärker als sonst, und das Wasser fließe insgesamt schneller.
