Der Linkenpolitiker Jan van Aken hat die Antisemitismusvorwürfe gegen seine Partei in der Debatte um die Berlin-Wahl deutlich zurückgewiesen. »Wir sind alle völlig klar: Antisemitismus wird in dieser Partei nicht geduldet«, sagte der frühere Parteivorsitzende in der ARD. Die Spitzenkandidatin Elif Eralp habe konkrete Vorschläge zum Schutz jüdischen Lebens in der Hauptstadt. »Wir stehen ganz klar an der Seite der Jüdinnen und Juden in Berlin«, sagte er.
Es gebe zwar »ein paar Leute« bei der Linken, die Dinge sagten, die er für komplett falsch halte. »Aber die haben doch in dieser Partei nichts zu sagen, die sind keine Mehrheit, die bestimmen nichts mit, die werden überhaupt mit dieser Regierung nichts zu tun haben«, sagte er. »Mein Ziel ist, dass diese Menschen diese Partei verlassen.«
Der Abgeordnete kritisierte die Vorwürfe gegen die Linke als politisch motiviert. »Die CDU, die Immobilienlobby, die Extremreichen, die wollen verhindern, dass die Linke regiert«, sagte er. Daher werden »seit zehn Tagen aus allen Rohren geschossen«, sagte van Aken.
Linke strebt Koalition mit Grünen und SPD an
Die Linke hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September mit Spitzenkandidatin Elif Eralp klar für sich entschieden. Nach dem Wahlsieg ist eine Debatte um Vorwürfe des Antisemitismus und Verbindungen zur organisierten Kriminalität entbrannt. Die Parteiführung distanzierte sich von Vorwürfen gegen Teile des Landesverbands. Unter anderem die CDU griff die Linkspartei scharf an.
Die Linke strebt eine Koalition mit Grünen und SPD an. Beide forderten eine klare Abkehr von Antisemitismus. Der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak kritisierte zuletzt allerdings »verschobene Maßstäbe« in der Debatte. Zuletzt hatte auch eine Gruppe von Berliner Jüdinnen und Juden in einem offenen Brief die Debatte kritisiert. In dem Schreiben warfen sie Kritikern der Linken vor, den Begriff zu instrumentalisieren.
