
Die AfD ist nicht zuletzt dadurch groß geworden, dass sie das in der Bevölkerung weitverbreitete Gefühl für sich genutzt hat, dass man nicht mehr sagen dürfe, was man denke. Vor allem wenn es um die Themen Migration und Kriminalität geht, aber längst nicht nur da. Dass vor allem linke Kräfte den anders denkenden Bürger in der Vergangenheit gerne mundtot machen wollten, lässt sich nicht von der Hand weisen. Ein Instrument dafür war die Brandmauer, die sie dafür nach Belieben verrückten.
Der AfD spielte das in die Karten. Sie konnte sich als Sprachrohr der Geknebelten hervortun, als Verteidiger der Meinungsfreiheit: endlich wieder sagen dürfen, was Sache ist. Allerdings versteht die AfD unter Meinungsfreiheit auch nur die eigene Meinung. Da unterscheidet sich die Partei nicht von ihren linken Feindbildern.
Der Inhalt weicht dem Ordinären
Richtig armselig wird es aber, wenn die eigene Meinung nur aus primitiver Pöbelei besteht und es offenbar nur darum geht, sich verbal möglichst vulgär auszutoben.
Aber vielleicht wollte Sachsen-Anhalts AfD-Chef Martin Reichardt ja auch einfach, dass sich selbst betrunkene Dorfnazis sprachlich abgeholt fühlen, wenn sie seiner Rede lauschen: Vater Staat ein „nach Dope stinkender fauler Assi“, die Muttersprache „ein aufgedunsenes intersektionales Flittchen“, das Vater Staat „dreimal täglich durchgendert“.
Wer will, kann so reden, und sicherlich ist Reichardt nicht der Einzige, der es tut. Es ist aber nicht Klartext, nicht Direktheit, sondern nur niveaulos. Der Inhalt weicht dem Ordinären und Obszönen. Womöglich ist das ein Vorgeschmack auf das, was passiert, sollte die AfD regieren.
