Sächsisch führt die Rangliste der als unsympathisch empfundenen Dialekte an, dabei war es zu Goethes Zeiten noch das große Vorbild. Plattdeutsch gilt als sympathischster Dialekt, ist aber vom Aussterben bedroht. Bayerisch polarisiert, Schwäbisch auch. Im ZEIT-WISSEN-Podcast erklären Linguistinnen die Ursachen. Und der Comedian Bülent Ceylan erzählt, wie sein Mannheimer Dialekt ihn fast die Karriere gekostet hätte – und warum ausgerechnet die Sachsen über seine Witze am lautesten lachen.
Außerdem im Programm: ein Experiment, bei dem unsere Schweizer Reporterin bei einem plattdeutsch sprechenden Gemüsehändler einkauft. Was liegt am Ende in ihrem Einkaufskorb? Die Linguistin Heike Wiese begründet, warum »Morgen isch geh Schule« keine Sprachverhunzung ist, sondern ein neuer Dialekt. Hanna Fischer vom Marburger Sprachatlas erklärt den Unterschied von Dialekt und Regiolekt. Und Christoph Drösser geht der Frage nach, warum sich um das Jahr 500 die Laute in unserer Sprache verschoben haben. War etwa das Klima schuld?
Shownotes
Die Dialekt-Aufnahmen stammen aus dem Forschungsprojekt Regionalsprache vom Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas in Marburg. Vielen Dank an Hanna Fischer. Dort sind auch die 40 Wenker-Sätze aufgelistet.
Informationen über Kiezdeutsch sind an der Humboldt-Universität zu finden, darunter auch die Anfeindungen an Heike Wiese.
Astrid Adler vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim hat die Forschung zur Sympathie von Dialekten hier veröffentlicht.
Die Tourdaten von Bülent Ceylans Show stehen auf seiner Website.
Einige Schweizer Dialekte sind beliebter als andere. Liegt das an der Aussprache oder an kulturellen Assoziationen? Die Studie von Adrian Leemann finden Sie hier.
Produktion: Céline Sallustio und Max Rauner
