Die USA haben Japan dabei geholfen, den schwächelnden Yen zu stabilisieren. Erstmals seit Jahrzehnten intervenierten beide Länder gemeinsam am Devisenmarkt, um die japanische Landeswährung zu stützen. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama teilte mit, man habe in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten Yen gekauft, um übermäßige Schwankungen und »ungeordnete Bewegungen« des Yen einzudämmen. Die Regierung in Tokio stehe weiterhin in engem Austausch mit den USA und werde bei Bedarf weitere Maßnahmen am Devisenmarkt ergreifen.
Auch US-Präsident Donald Trump bestätigte die gemeinsame Intervention und wertete sie als ein »Zeichen der Freundschaft« zwischen beiden Ländern. Japan habe wegen des schwächelnden Yen um »ein bisschen Unterstützung« gebeten, sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. »Wir sind immer da, um Japan zu helfen.« Der Eingriff komme zudem der Weltwirtschaft zugute, und auch die USA würden finanziellen Nutzen aus der Maßnahme ziehen.
Größenordnung von mehreren Billionen Yen
Trump bestätigte damit einen Bericht der Financial Times vom Freitag. Demnach verkaufte die Zweigstelle der US-Notenbank Fed in New York für das US-Finanzministerium Euro und kaufte im Gegenzug Yen. Es war das erste Mal seit fast 30 Jahren, dass die USA Japan geholfen haben, den Yen zu stützen.
Dem Artikel zufolge könnte die Intervention eine Größenordnung von 8,45 Billionen Yen gehabt haben, was in etwa 46 Milliarden Euro entspräche. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei sprach von sechs bis sieben Billionen Yen.
US-Finanzminister Scott Bessent teilte mit, er unterstütze die entschlossenen Schritte Japans, um die erhebliche Unterbewertung der Währung zu korrigieren. Die USA würden nicht zögern, sich an weiteren gemeinsamen Interventionen zu beteiligen.
Erste gemeinsame Intervention seit Ende der Neunziger
Der Yen war zuletzt gegenüber dem US-Dollar auf den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren gefallen; unter anderem infolge von höheren US-Zinsen und steigenden Erdölpreisen im Zuge des Irankriegs lag der Wert bei fast 164 Yen pro Dollar. Zu Beginn der Woche gab der Dollar nach und lag nur noch bei rund 156 Yen.
Eine schwache Währung verbilligt zwar die Exporte einer Volkswirtschaft, wovon Japan in den vergangenen Jahren deutlich profitierte. Allerdings wird zugleich die Inflation angetrieben und die Kaufkraft der eigenen Bevölkerung lässt nach. Zudem werden Importe teurer, insbesondere die von in Dollar gehandeltem Öl.
Staatliche Währungsinterventionen kommen selten vor. Eine bilateral abgestimmte Maßnahme dieser Art zwischen den Regierungen Japans und der USA gab es zuletzt Ende der Neunzigerjahre. 2011 intervenierten zudem die G7-Staaten gemeinsam am Devisenmarkt, um den Yen nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe von Fukushima zu stützen.
