
Abgeordnete der amerikanischen Demokraten wollen mit einem neuen Gesetz Kunstwerke in öffentlichen Gebäuden besser schützen. Der Gesetzentwurf im Repräsentantenhaus würde die Verwaltung verpflichten, vor dem Verkauf von Immobilien ein Gremium einzusetzen, das den Bestand an Kunstwerken prüft und über entsprechende Schutzmaßnahmen entscheidet.
Hintergrund ist der geplante Verkauf des Wilbur J. Cohen Federal Building in Washington, D. C., das bedeutende Wandgemälde von Philip Guston, Ben Shahn und Seymour Fogel aus der Zeit des New Deal beherbergt. Das Gebäude, das von Charles Z. Klauder entworfen wurde, wurde 1940 während der Präsidentschaft von Franklin D. Roosevelt eröffnet und sollte ursprünglich als Sitz der Sozialversicherungsbehörde dienen.
Unter Präsident Donald Trump hat die General Services Administration (GSA) rund fünfzig Gebäude auf eine Liste zur „beschleunigten Veräußerung“ gesetzt, darunter das Cohen Building. In einem Verfahren um ein anderes Gebäude sagte eine ehemalige Denkmalpflegerin der GSA an Eides statt aus, das Weiße Haus prüfe auch einen Abriss des Cohen Buildings. Künstler, Denkmalpfleger und Politiker fordern seit Monaten den Erhalt der Wandgemälde in dem Gebäude südlich der National Mall. Der Gesetzentwurf, der nun eingebracht werden soll, würde allerdings die Unterstützung von republikanischen Abgeordneten benötigen, da sie die Mehrheit in der Kongresskammer haben.
In der Zeit des New Deal wurden Zehntausende öffentliche Gebäude mit staatlichen Mitteln gebaut oder renoviert. Die Regierung beschäftigte zudem rund 10.000 Künstler, um die neuen Behörden, Bahnhöfe oder Sportstätten zu gestalten. Ihre Kunst sollte auch die veränderte Rolle des Staates sichtbar machen, der mit der „Social Security“ ein allgemeines Renten- und Sozialsystem schuf.
