
Die Wolken geben alles, was sie haben. An diesem Septembertag hat das Wetter im westlichen Teil der Toskana nur auf den Besucher aus Deutschland gewartet, um ihm seine hier fast vergessene Schattenseite zu zeigen. Die launige Natur sagt den geplanten Spaziergang durch die Weinberge von Ca’ Marcanda in Bolgheri kurzerhand ab.
Während sich draußen vor dem Gebäude auf dem grauen Steinboden immer größere Pfützen bilden, sorgt der Regen drinnen für beste Laune bei Mauro Poli. Er kümmert sich als Weinbergmanager seit dreißig Jahren um die Parzellen der Winzerfamilie. Angelo Gaja hatte ihn damals vom Vorbesitzer abgeworben, dem er 1996 das Land hier abkaufte und das Weingut Ca’ Marcanda taufte: „Haus der endlosen Verhandlungen“.
Mauro Poli spricht kein Englisch, sondern mit Taten. Er hält mit seinem geradeso geländetauglichen Wagen unterm Dach am Seiteneingang, um alle Mitfahrer trocken einzupacken und eine Runde durch die umliegenden Weinberge zu drehen. Trotz schlechter Sicht sieht man während der Fahrt dennoch gut, wie sich die Reben von Gaja von anderen unterscheiden. Sie sind sattgrün und haben die extreme Sommerhitze gut überstanden. Die Lagen von Ca’ Marcanda waren darauf vorbereitet.
