Schnörkellos verkündet der Pressetext, das Innenraumdesign des neuen Bigster von Dacia konzentriere sich „auf das Wesentliche“. So ist es wohl auch. Die Fahrzeugpreise beginnen mit 24.000 Euro. Wir haben einen Blick auf das Infotainment geworfen, das mit einem Zehn-Zoll-Bordmonitor stets an Bord ist. Aber erst in einer höheren Ausstattungsvariante wächst das digitale Cockpit vor dem Lenkrad von mickrigen sieben hin zu einer ordentlichen Zehn-Zoll-Diagonale. Das Wesentliche ist also vorhanden, aber große Freude an der Technik kommt nicht auf. Der Bordmonitor bietet eine ordentliche Darstellung, wenngleich die einzelnen Menüs karg gezeichnet sind und sich das Hauptmenü auf große und kleine Kacheln beschränkt, an denen sich Designer nicht einmal versucht haben.
Am unteren Ende des Bordmonitors sind die Einstellungen für die Klimaanlage und die Sitzheizung permanent eingeblendet. Wer mit dem Finger auf die kleinen Symbole tippt, kommt jedoch zum Einstellen der Temperatur und Lüfterstufe nicht weiter. Vielmehr ist ein Blick nach unten angesagt. Unter den mittleren Auslassdüsen der Klimaanlage befinden sich neun physische Tasten, die diesen Job übernehmen. Sie reagieren ebenso präzise und gut wie die Lenkradtasten. Hochsensible Touch-Flächen bleiben einem also erspart. Störend fanden wir allerdings den verdeckt positionierten Bediensatelliten am Lenkrad, der unter anderem zur Lautstärkeeinstellung der Musikanlage zuständig ist. In die Irre geführt wird man sodann von der Mikrofontaste, die nur im Zusammenspiel mit einem Smartphone funktioniert, nicht aber bei der Eingabe von Ort und Ziel für die Navigation.

Apple Carplay die bessere Lösung
Letztere wiederum stammt von Here, einem Konsortium aus Autoherstellern und Technikunternehmen. Um es kurz zu machen: Das Gebotene ist so kümmerlich, dass man nicht zu seiner Nutzung raten kann. Zum Glück unterstützt die Anlage Android Auto und Apple Carplay. Wir probierten die iPhone-Lösung kabellos aus, sie funktioniert gut. Allerdings gab es immer wieder zu Beginn der Fahrt kleine Kommunikationsprobleme zwischen Dacia und Smartphone.

Weil sich das digitale Cockpit in Grenzen individualisieren lässt, erhält man schlussendlich eine schöne Lösung: Das Cockpit zeigt die Routenübersicht vom aktuellen Ort bis zum Ziel einschließlich farblich hervorgehobener Staus und Störungen. Der Bordmonitor wiederum visualisiert die Umgebung mitsamt Abbiegehinweisen und mehr. Die untere Menüleiste für die Klimaeinstellungen bleibt während der Nutzung von Carplay vorhanden. Ebenso eine weitere Menüleiste links für Fahrzeugeinstellungen. So hat uns alles in allem das Infotainment doch irgendwie gefallen.
Dass man nach dem Start des Motors mit einem fetten und nicht abstellbaren Bass-Sound begrüßt wird, finden wir nicht so gut. Lobenswert wiederum ist die Eindämmung der EU-Anforderungen für die Assistenzsysteme. Es hat sich herumgesprochen, dass der mit einem Führerschein versehene Bürger sie weder braucht noch mag. Drückt man eine Taste links neben dem Lenkrad, lässt sich das Gebimmel für die jeweilige Fahrt stummschalten.
