
Zum „enormen Erfolg“, den das amerikanische Militär nach Trumps Ansicht im Krieg gegen Iran errungen hat, gehört, dass Teheran seine Pläne zur dauerhaften Kontrolle der Straße von Hormus vorantreiben kann. Jetzt lässt das Regime sogar wissen, dass seine Partner wie China eine Sonderbehandlung bei Gebühren zum Passieren der strategischen Meerenge erwarten können. Alle anderen müssten demnach für eine Durchfahrt, die vor Trumps und Netanjahus Angriff wohlgemerkt kostenlos war, (mehr) bezahlen.
Das letzte Wort ist da vermutlich noch nicht gesprochen, die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran laufen ja noch. Aber allzu viele Trümpfe hält Trump nicht in der Hand. Das militärische Patt zwingt ihn dazu, den Iranern jedes Zugeständnis am Verhandlungstisch teuer abzukaufen.
Oman wird oft vergessen
Deshalb sollte man sich auch nicht viel von den britischen-französischen Bemühungen versprechen, die sich nun auf Oman konzentrieren. Der andere Anrainer der Meerenge wird in der geopolitischen Gleichung zwar oft vergessen. Aber das kleine Sultanat ist schwach, es hangelt sich traditionell mit einer Vermittlerrolle durch die Stürme der Region.
Dass Briten und Franzosen militärisch etwas schaffen, an dem Trump gescheitert ist, erscheint eher unwahrscheinlich. Da Macron einen Flugzeugträger schon wieder abziehen lässt, scheint das auch gar nicht die Absicht zu sein. Auch die Europäer sind mit der neuen, von Trump geschaffenen Realität konfrontiert: Gegen den Willen Irans geht nicht mehr viel am Golf.
