Man liest gerade wieder viel über Queen Elizabeth, deren hundertster Geburtstag diese Woche ansteht beziehungsweise angestanden hätte, was die Klatschblätter zum Anlass nehmen, sich irgendwelche letzten Briefe oder neu entdeckte Tagebuchseiten auszudenken, alles sehr erwartbar. Etwas, das wir noch nicht wussten, teilt uns in „Bunte“ einer ihrer Biographen mit: „Ihr Gegenüber war vor einem Schuss spielerischer Ironie nie gefeit. ‚Ihre liebste Frage war – nach einer theatralischen Pause: Sind Sie sich da sicher?‘, sagt Hugo Vickers.“
Stellen wir uns ganz lustig vor: „Eure Majestät, ich bin Major Thompson.“ –„Sind Sie sich da sicher?“ Das lockert nicht nur die Situation auf, sondern kann auch als Anstoß dienen, über die eigene Existenz nachzudenken.
Wir haben nun beschlossen, das in unserem Alltag auch auszuprobieren. Zum Beispiel an der Supermarktkasse: „Macht 48,44 Euro.“ – „Sind Sie sich da sicher?“ Oder in der Bahn: „Ihren Fahrschein bitte.“ – „Sind Sie sich da sicher?“ Oder im Büro: „Wie bitte, Ihr Text ist noch nicht fertig? Redaktionsschluss war um 18 Uhr!“ – „Sind Sie sich da sicher?“ Königliches Amüsement ist garantiert.
Hätte die Beeinflusserin da keinen deutschen Ausdruck finden können?
Weniger amused sind wir über manche Anglizismen, die sich im Deutschen ausbreiten. So hat die Influencerin Jolina Mennen, die 30 Kilo abgenommen hat, zu „Bild“ gesagt: „Ich bin in der Shape meines Lebens.“ Hätte die Beeinflusserin da keinen deutschen Ausdruck finden können? Laut Übersetzungsprogrammen hätte sie sagen können, sie sei „in der Gestalt“ oder „in der Verfassung“ ihres Lebens. Womöglich hat sie auch „shape“ mit „sharp“ verwechselt und sagen wollen: „Ich bin so scharf wie noch nie.“
Dass es der aus Südafrika eingewanderte Howard Carpendale anfangs schwer hatte, lag nicht an seinem englischen Akzent, sondern an etwas anderem. In einer Disco hatte er sich in Claudia verliebt, die seine erste Ehefrau werden sollte, lässt uns „Freizeitwoche“ wissen: „,Binnen einer Woche waren alle ihre Freunde weg!‘, erinnert er sich. Der Grund: Schlagersänger galten damals als verpönt.“ Es muss schlimm gewesen sein: „Wurde meine Frau zu einer Party eingeladen, hieß es: ,Bring deinen Typen bloß nicht mit.‘“ Wie oft hat der arme Howie wohl an Türen gestanden und auf sein „Hello again“ hören müssen: „. . . dann geh doch“ oder „Nimm den nächsten Zug“. Erst jetzt erschließt sich die ganze Tragik seines 1969er-Hits „Ich geb’ mir selbst ’ne Party“.
Hoffentlich unter einem besseren Stern steht die via „Bild“ verkündete neue Liebe von „Ex-Rotlichtkönig Bert Wollersheim (75)“ und seiner Herzensdame Angel, obgleich Wollersheim gerade nicht in der Shape seines Lebens ist: „Ende Februar hat sie mich in der Uniklinik in Essen besucht. Ich wurde eine Woche lang mit Verdacht auf Schlaganfall, der sich nicht bestätigt hat, untersucht. Mir war ihr Besuch in der Klinik eigentlich nicht recht, weil ich schlecht aussah.“ Es wurde aber nett: „Sie waren spazieren, Kaffee trinken und sind sich schließlich nähergekommen.“ Etwa noch im Krankenbett?
Wollersheim hat jetzt „schon wieder Herzklopfen“, was sich hoffentlich mit seinem Zustand verträgt. Angel wiederum übt einen tollen Beruf aus: „Sie fertigt Designer-Engelsflügel für Events.“ Wofür es alles einen Markt gibt! Ein potentieller Abnehmer dürfte Donald „Call Me Jesus“ Trump sein.
Eine Sternstunde des Journalismus: Elke Heidenreich beim Gassigehen
Erstaunlich auch, dass es mit „Neue Post“ immer wieder eine Abnehmerin gibt für Paparazzi-Fotos aus Köln, die Dietmar Bär beim Weinkauf oder Harald Schmidt beim Brötchenholen zeigen. Diesmal sehen wir Bilder von Elke Heidenreich mit ihrem Partner und ihrem Mops Toni und lesen: „Gegen 9.20 Uhr verließ das Trio das Haus, um im Park ein paar entspannte Runden zu drehen. Während Toni vergnügt schnüffelnd vorauslief und immer wieder neugierig stehen blieb, schlenderten Herrchen und Frauchen hinterher.“ Eine Sternstunde des Journalismus hat uns der neugierig schnüffelnde Paparazzo da beschert.

Schon spannender ist, was „Bunte“ über Sharon Stone weiß: „Auf die Frage, mit wem sie ihren besten Filmkuss erlebt hätte, sagte sie jetzt: ,Mit Jack Nicholson. Er hat mich direkt aus den Schuhen geküsst.‘“ Ein schönes Bild, nur: Sind Sie sich da sicher, „Bunte“? In Wahrheit nämlich hat Stone, man kann das überall nachlesen und auch hören, als Antwort Robert De Niro genannt. Ob sich die beiden Giganten nun zum Duell treffen – „In dieser Stadt kann es nur einen besten Knutscher geben“ – und einer von beiden den Kuss des Todes erhält?
Harmonischer geht es daheim bei Showmasterin Dagmar Frederic und ihrem Mann zu: „Klaus und ich lieben es, zusammen Krimis und schöne Berichte über die Welt anzuschauen“, sagt sie dem „Echo der Frau“. Schöne Berichte über diese Welt – ob sie sich da sicher ist? „Abends sitzen wir Hand in Hand in unserem Sessel und gucken Fernsehen oder hören Musik“, erzählt sie weiter – und vielleicht ist die bewundernswerte Nähe zwischen den beiden auch dadurch bedingt, dass sie offenbar nur einen Sessel haben.
